Ein gutklassiges Feld fand sich im U20 Open zusammen. Sehr lobenswert war der
Kampfgeist aller Starter. Es gab kein Salonremis; gespielt wurde nicht selten
bis zur letzten Minute.
Eine Überraschung gab es in Runde eins, als Christian Schindler gegen Kai
Friedrich verlor. Damit war der Weg frei für Sandra Krege, die in bestechender
Form spielte und mit 6 aus 7 den Pokal erbeutete. Der komfortable Abstand von
1,5 Punkten zum Zweitplatzierten (Landesmeister der Jungen Christian Schindler)
ist beachtlich. Einziger kleiner Ausrutscher war ein Turmendpiel gegen Martin
Schalk, das trotz zweier Mehrbauern ins Remis abtrudelte. Susann Großmann
spielte ebenfalls sehr zäh und ausgeglichen und erreichte den dritten Platz.
Beide Mädchen sind für die DEM U16 vorberechtigt und sollten bei gleicher
Leistung unbedingt an der Spitze mitmischen.
Von den drei „Vierpunktern“ auf den Plätzen vier, fünf und sechs werden
hinter Andreas Kunth speziell die in der Spitze erwarteten Martin Schalk und
Thomas Hartung nicht zufrieden sein. Es ist doch nicht einfach, den DWZ-schwächeren
immer den vollen Punkt zu entreißen. Bestes Beispiel ist Jan Wölfer, der
kurzfristig aus dem Sichtungsturnier zur U20 berufen wurde und bei seinen 3,5
Punkten sehr überzeugend agierte.
Der Schiedsrichter hatte wie immer (-danke Freunde-) keine Probleme mit dieser
Gruppe, in der es nicht um eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft geht.
Hier treffen die wahren Schachpuristen in intelligenzgetränkter Atmosphäre auf
unsere vorberechtigten Talente.
Etwas schade ist nur, das die Besetzung in Quantität und Qualität ein wenig
hinter den vorausgegangenen Super-Turnieren zurückstand. Vielleicht würde eine
Aufweitung des Zugangs, z.B. auf U25, für Belebung sorgen.
Für die drei Erstplatzierten wird die LSJ einen Freiplatz bei der LEM der Männer
beantragen.
Dirk Michael