LEM u8m/w:

 

Exakt doppelt so viele Kinder waren dabei bei der 4. Auflage der Landestitelkämpfe der Jüngsten. Dies zeigt nicht nur die wachsende Beliebtheit und Anerkennung dieses Turniers, sondern auch die Tatsache, dass die Altersklasse u8 zum festen Bestandteil der LEM in Bad Schmiedeberg geworden ist. Erfreulich auch der hohe Anteil von 10 Vereinen, die sich mit ihren Kindern qualifiziert oder gemeldet hatten. Zum Turnier selbst: Gespielt wurde auch bei den 5-8 jährigen unter Wettkampfbedingungen einer Landesmeisterschaft. Die Partien wurden zum überwiegenden Teil notiert und insgesamt 69 Partien (rund 60%) konnten, auch durch die dankenswerte Unterstützung von Herrn Hansch erfasst werden. Auch hinsichtlich des Niveaus ist durchaus ein weiterer Aufwärtstrend erkennbar. Zwar ist die Anzahl der Kurzpartien immer noch zu hoch, obwohl nur drei „Schäfermatts“ zu verzeichnen waren, die Kinder zeigen aber zunehmend Kombinationsvermögen (Martin Feuerherdt, Zelmeg Otgontogoo, Jannick Knechtel, Franziska Priese), so das der spielerische Moment ganz deutlich im Vordergrund stand. Der Vorjahressieger, Fridolin Mertens wurde von einem genauso klaren und verdienten Sieger abgelöst: Johannes Riebold von der SG Bittkau lies nie Zweifel an seiner Überlegenheit und hatte nur in wenigen Partien Probleme (nur ein Remis gegen Robert Sawczenko aus Dessau). Das hatte zur Folge, dass der talentierte Jannick Knechtel aus Magdeburg erneut mit dem Vizemeistertitel zufrieden sein musste und der harte Kampf um Platz drei bei den Jungen von Samuel Gering entschieden wurde, der vielleicht die niedrigste Fehlerquote hatte.

Dramatisch war es bei den Mädchen und dies von Anfang an. Denn in die Naumburger Vereinsmeisterschaft griffen auch Katharina Schwerdt aus Wittenberg, Christin Velten (Magdeburg) und zeitweise sogar die Hallenserin Svenja Schwerdtner, die erst 8 Wochen Schach spielt, ein. Der Mädchentitel wurde deshalb erst in der letzten Partie entschieden. Franziska Priese aus Naumburg wehrte in einem spannenden Kampf in schlechterer Stellung alle Drohungen von Gerald Dabbert (USV Halle) ab, fand in Zeitnot das Matt, hatte das Glück, bei Punktgleichheit mit Christin und Katharina die bessere Wertung zu haben und dem Direktvergleich der lange Führenden, Viktoria Rosner aus dem Wege gegangen zu sein. Dennoch spielte die Vorjahresfünfte wohl am konstantesten und ist eine würdige Nachfolgerin von Frauke Gaus.

Und eine Nachbemerkung noch zum Schluss: sollte sich die Teilnehmerzahl weiter erhöhen, muss man seitens der Landesschachjugend reagieren. Entweder muss in allen Schachbezirken eine Qualifikation zur Bezirksmeisterschaft gespielt werden oder der Zeitplan sollte für die u8 auf vier Tage erweitert werden. 11 Runden in drei Tagen bedeuten für die Kinder eine zu hohe Belastung.

 Rüdiger Schneidewind