Bericht zur LJEM u14

Vor der Meisterschaft der Jungen wurden viele Namen gehandelt, denen der Titelgewinn zugetraut wurde. Das versprach ein spannendes Turnier, was auch eintrat. Am Ende waren 3 Jungs punktgleich und ein viertel Wertungspunkt entschied über den Meistertitel. Trotz der Ausgeglichenheit am Ende nahm das Turnier einen unerwarteten Verlauf. In den ersten Runden setzte sich Vincent Schwenke (AE Magdeburg) klar an die Spitze. Nach 4 Runden hatte er sogar 1,5 Punkte Vorsprung. Er musste aber dann doch noch Niederlagen gegen Johannes Paul (TSG GM Quedlinburg) und in der letzten Runde knapp gegen Christian Günther (SV Sangerhausen) hinnehmen, so dass sein Vorsprung schmolz und er am Ende unglücklich Dritter wurde. Vor der letzten Runde wurde viel gerechnet, da es einige Varianten gab. Den Kampfgeist von Christian muss man loben. Er konnte ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr Meister werden, kämpfte aber verbissen um den 2. Platz. Buchstäblich in der letzten Sekunde stieß er Vincent noch vom Thron und wurde selbst Zweiter. Johannes war am Ende der Glücklichere. Er hatte in den vorausgegangenen Spielen aber durchaus sein gewachsenes Können nachgewiesen. Die 3 Erstplatzierten setzten sich sicherlich verdient durch.
Die weiteren vier Spieler haben aber durchaus gut mitgehalten und den vorn Platzierten manches Pünktchen abgenommen. Besonders Dominik Jäger (Rochade Magdeburg) holte gegen die drei Ersten 1,5 Punkte. Die schlechten Ergebnisse gegen den Rest brachten ihn aber um eine bessere Platzierung. Hannes Wendling (SV Sangerhausen) konnte sich noch nicht wie gewohnt in Szene setzen. Im nächsten Jahr wird er sicherlich gemeinsam mit Marcel Schulz (AE Magdeburg) die Meisterschaft beherrschen. Möglicherweise hat er mit dem Remis gegen Christian seinen Vereinskameraden um die Meisterschaft gebracht. Aber so was ist immer nur Spekulation. Joris Schünemann (USV Halle) gelang es als Einzigem dem Meister, wenn auch glücklich, einen vollen Punkt abzunehmen.
Für Christian Lips (SF Bad Schmiedeberg) war die Qualifikation sicherlich schon ein großer Erfolg. Bei dem Turnier war er doch spürbar überfordert. Er ließ sich aber nicht entmutigen und mit viel Kampfgeist sprangen noch 2 Remis heraus.
Die Remisquote von 29% ist akzeptabel und entschieden besser als in den Vorjahren. Da es ein recht ausgeglichenes Feld war, spricht es durchaus für Kampfgeist.

Die Mädchenmeisterschaft war fast eine Neuauflage vom Vorjahr. 6 der 8 Mädchen gingen schon 2003 an den Start. So wie im letzten Jahr tat sich Christine Hofmann (SF Hettstedt) am Anfang des Turniers schwer. Diesmal verlor sie sogar ihre Partie gegen Carolin Priese (Naumburger SV), die eine schönen Königsangriff geführt hat. Es sollte die einzige Niederlage bleiben. Nach dieser Niederlage gelang es ihr sofort die Vizemeisterin des Vorjahres Franziska Flegel (SG Löberitz) zu besiegen, so dass sie auf Meisterschaftskurs blieb. Vor der letzten Runde waren 3 Mädchen mit gleicher Punktzahl an der Spitze, wobei Franziska auf Laura Herkt (TSG Wittenberg) traf, die punktgleich waren. Laura hatte bis dahin ein recht gutes Turnier gespielt, verlor aber durch einen Fehlzug am Ende schnell. Da auch Christine gewann, war die Reihenfolge auf Platz 1 und 2 wie im Jahr 2003. Laura machte das schlechte Ergebnis vom Vorjahr vergessen und mischte diesmal kräftig mit.
Bei den restlichen Spielerinnen wechselten Licht und Schatten zu sehr, so dass eine bessere Platzierung ausblieb. Am ehesten traut man Andra Feist (VfL Köthen) zu, dass sie in Zukunft die Spitze gefährden kann. Susann Domaske (SV FS Halle) spielte wohl unter ihren Möglichkeiten. Als DWZ-beste hatte man sie entschieden weiter vorn erwartet. Eine Bereicherung des Turniers war die Teilnahme von Phuong Hoai Nguyen (1. SC Anhalt). Sie spielte herzerfrischend, wenn auch nicht fehlerlos, auf Angriff und konnte damit die anderen Mädchen verunsichern. Beeindruckend war, wie sie mit einem Turm weniger gegen Maria Lachmantschuk (SV Merseburg) kämpfte, eine Dauerschachstellung erreichte und dann ... die Dame unnötig einstellte. Man kann auf ihren Auftritt im nächsten Jahr gespannt sein. Carolin und Maria kämpften tapfer, konnten aber die anderen nicht ernsthaft gefährden. Mit nur 4 Remisen (14 %) war die Kampfbereitschaft erfreulich hoch.

Günter Thormann