Jakob Engelmann heißt der neue U18-Landesmeister. Obwohl im unruhigsten Zimmer untergebracht, zog er einsam an der Tabellenspitze seine Kreise, jederzeit Herr der Lage und zur Stelle, wenn sich ihm die Chance bot. Von den Betreuern hatte ihn keiner auf der Rechnung, vielleicht lag es daran, dass seine Heimatbetreuer auf das Tippspiel verzichteten, aber die Favoriten hießen T. Hellwig, A. Klaus, M. Hillmann und Philipp Bader deren Namen wiederholt genannt wurden. Die weiteren Teilnehmer G. Bürckner, P. Höhne und J. Rozenstein komplettierten das Feld, erwartungsgemäß konnte Georg auf Grund seiner Sangerhäusener Meisterschaftserfahrung etwas mehr holen, als die beiden Setzlistenletzten.
Die erste Runde ließ erahnen, was in den nächsten Folgen sollte! Jakob
bezwang Andreas im Turmendspiel, und Tobi musste sich Georg geschlagen geben,
wodurch die Wertzahlhöchsten erstmal ausgebremst waren. Man sieht mal wieder:
Wertzahl schützt vor Fehlern nicht. Philipp tat sich schwer gegen Jan,
profitierte von einem Aussetzer des Gegenübers in Zeitnot.
Michael griff Patrick beherzt an, so dass jener regelrecht vom Brett gefegt
wurde. Die nächsten Runden waren davon geprägt, dass sich die eigentlichen
Favoriten weiter die Punkte gegenseitig abnahmen, während Jakob nur gegen Georg
ein Kurzremis zuließ. Diese Kraftpause nutzte er, um mit einem Punkt Vorsprung
in die letzte Runde zu gehen. Die Vermutung, dass Patrick und Jan zusammen nur
den Punkt gegeneinander holten, erfüllte sich glücklicherweise nicht. Dennoch
waren beide das, was im Schachdeutsch "zu weich" heißt. Vor allem bei
Jan hatte ich nicht das Gefühl, das er mal an die Chance glaubte, die
stärkeren zu schlagen. Die erste Runde war bis zum unglücklichen
Figureneinsteller die beste Partie.
Die letzte Runde brachte ein spannendes Finale, Engelmann - Hillmann, in welchem Michael mit einem Sieg auch den Turniersieg davon getragen hätte. Aber Jakob bestach erneut durch die Leichtigkeit, die eben benötigt wird, um ganz vorn zu landen. Vor opfern nicht zurückschreckend, konnte er gegen Michael bald das Remis, das ihm zum Meister machte quittieren. Wobei mich die Partie verwundert, da Michael nicht bis zum letzten Tropfen kämpfte. Relativ früh, in nicht einfacher, aber dennoch spielbarer Stellung verzichtete er auf seine Titelchancen. Wo ist d e r Kampfgeist hin? Hatte er sich bei seinen Zimmerkameraden, allesamt aus dem U20-Schieberturnier, angesteckt?
Das Niveau war im Großen und Ganzen ok, auch wenn es der Landesmeister bei der Deutschen Meisterschaft naturgemäß schwer haben wird. Viel Glück und Erfolg in der nächsten Runde wünscht Schiri Jens Windelband.
Jens Windelband