Das Negative zu Beginn: Es gab in diesem Jahr in der jüngsten Altersklasse
deutliche weniger Teilnehmer und vor allem Teilnehmerinnen (2003: 22, 2004: 15),
auch sank die Zahl der beteiligten Vereine von 10 auf 8. Die Anzahl der Mädchen
sank von 9 auf 3.
Doch Masse ist nicht immer Klasse und so wurde die fehlende Quantität eindeutig
durch eine deutlich verbesserte Qualität kompensiert. Dies könnte auch mit den
erstmals in allen Schachbezirken durchgeführten Bezirksmeisterschaften zu tun
haben. Um es auf einen Nenner zu bringen: diese 5. Landesmeisterschaft der AK u8
war vor den Qualität her die beste, womit der Trend der letzten Jahre
fortgesetzt wird und sich auch darin dokumentiert, dass die ersten Drei des
Vorjahres sich sofort im u10 - Turnier 2004 gut platziert haben. Belegbar ist
dieser Fakt weiterhin durch keine Schäfermatts, eine deutliche gesunkene Zahl
von Kurzpartien, nur 2 Patts im Endspiel, gewachsener Regelkenntnis (es wurde
auch "en passant" geschlagen) und einer ständig wachsenden Zahl von
nachspielbaren Partien. So konnten 58 der 77 gespielten Partien (75%) eingeben
werden und stehen damit zur Auswertung zur Verfügung. Klare Fortschritte gab es
in Eröffnung und Endspiel und dies gilt für alle Teilnehmer, auch für den
erst fünfjährigen Niklas Geue (Aufbau/Elbe Magdeburg), der mit viel Mühe jede
Partie aufzeichnete und für das "Schafstädter Quartett", dem sicher
die Zukunft gehört. Der Wettkampf bei den Jungs ähnelte dem der Vorjahr: es
gab einen klaren Sieger. Maximilian Engshuber (1. SC Anhalt) bot starkes Schach,
gepaart mit beachtlichem taktischem und strategischem Wissen und gewann sehr
deutlich. Seine größten Probleme hatte er mit den starken Mädchen, besonders
mit Patricia Lehmann vom SV Franckesche Stiftungen aus Halle. Zu den
spielstarken Jungs gehörten auch Martin Feuerherdt (SV Merseburg) und Martin
Sträßer (Naumburger SV 1951). Nach ganz starken Partien haben beide jedoch
eine zu hohe Fehlerquote, die immer wieder bessere Platzierungen verhindern.
Knapp ging es wie immer bei den Mädchen zu. In Runde 3 waren alle drei in allen
Wertungen exakt gleich. Doch am Ende gewann die Vorjahresvierte, Annika Priese
(Naumburger SV 1951), weil sie ihre Chancen, vor allem gegen die Jungs besser
nutzte und im direkten Vergleich gegen Patricia Lehmann im richtigen Moment
Remis anbot. Doch auch die Drittplatzierte, Julia Schramm aus Annaburg, fiel mit
ihrem druckvollen Spiel leistungsmäßig aus diesem Trio nicht ab und so machen
diese drei Mädchen Hoffnung, dass die jüngsten Damen wieder im Kommen sind.
Rüdiger Schneidewind