Nach einigen Jahren der Abstinenz vom Jugendschach, habe ich
seit geraumer Zeit krankheitsbedingt, wieder Zeit um mit Kindern und
Jugendlichen zu „arbeiten“. Bei der im Januar durchgeführten
Einzelmeisterschaft des Bezirkes Halle fragte mich der Landeseinzelspiel-leiter
Detlef Friedrich ob ich Lust hätte, bei der LEM als Schiri tätig zu sein. Ich
hatte Lust. So kam ich zu 4,5 Tagen Aufenthalt im schneebedeckten Harz, genauer
gesagt im Kiez Güntersberge. Ich hatte die Aufgabe die u14 „zu richten“.
Vor 8 Mädels und 8 Jungen aus 10 Vereinen standen 7 Runden,
in denen die jeweiligen Landesmeister und platzierten ermittelt werden mussten.
Beide Turniere hatten mit Pauline Mertens aus Schafstädt und Hannes Wendling,
der ebenfalls aus Schafstädt kommt, aber für den SV Sangerhausen startet, klare
Favoriten. So musste man es von der DWZ betrachten. Mit einer rund 170 bzw. 230
höheren DWZ, als die nächstplatzierten, gingen beide an den Start. Doch was
sind schon Wertzahlen? Bei der Auslosung am Anreisetag wurde festgelegt, dass
Vereinspaarungen in den ersten drei Runden „über die Bühne“ gehen müssen.
Mittwoch, 8.15 Uhr, scharfer Start. Marcel Schulz – David
Rickmann, das Magdeburger Aufbau-Elbe Duell
bei den Jungen sowie bei den Mädchen Julia Döring – Franziska Lips, das
andere Elbeduell, das der Wittenberger, und
der Schafstädter Vergleich zwischen Anne Brummack und Pauline Mertens,
so hießen die ersten Vereinsduelle. Alle 3 Partie endeten mit eindeutigen
Erfolgen. David’s Isolani war nicht zuhalten, als dann Turmverlust nicht mehr
vermeidbar war, streckte er die Waffen. Anne stellte bald einen Springer ein
und gab 2 Züge später auf. Auch Franziska büßte eine Figur ein, aber Julia
musste ihr zeigen dass sie matt setzen kann. Dies sollte auch im weiteren
Turnierverlauf bei den Mädchen typisch werden.
In der Nachmittagsrunde erlebten alle in der Partie zwischen
Eric und David Homburg das erste Highlight. Eric gab einen Springer für starken
Angriff, David konnte abwehren, opferte die Figur zurück und wurde auch nicht
belohnt. Der Mattdrohung konnte er nur mit Dauerschach entwischen. Ein
Blackout von David R. kostete ihm einen halben Punkt. Durch das klassische
Selbstmatt holte sich Iweel Otgontogoo seinen ersten Punkt. In der zweiten
Magdeburger Vereinspaarung benötigte Florian Brüggemann 55 Züge um den vollen
Punkt einzufahren. Erneut eilig hatte es Favorit Hannes. Für seinen Sieg in der
1. Runde benötigte er nur 12 Züge, jetzt braucht er etwas länger. Adrian
Pfefferkorn reichte Hannes nach 17 Züge die Hand. Julia Fritz reichte selbst
der Vorteil einer Dame gegen einen Turm von Franziska L. nicht zum Partiegewinn.
Bereits in der 2. Spielstunde stellte sie nacheinander Dame; Turm und Läufer
ein (!) und ließ sich wieder zeigen wie matt gesetzt wird. Mit der Schachgöttin
war Pauline gegen Phuong Nguyen im Bunde. Sie gewann ein Turmendspiel mit
Minusbauern. Auch Anne reichte eine Mehrfigur nicht zum Partiegewinn. Durch
Endspielschwäche musste sie schließlich ins remis einwilligen. Wie schon
üblich, auch Franziska Becker lässt sich mit Figuren Nachteil von Julia D.
zeigen, wie man matt setzt.
Den ersten Tag beenden Florian, Hannes, Julia D. und Pauline
mit 2 Siegen. Geht das morgen so weiter?
Marcel ist der Held des 2. Spieltages, beide Partien
gestaltet er erfolgreich. Ein unkorrektes Figurenopfer von Hannes, widerlegt er
eindrucksvoll und wird mit dem Partiegewinn belohnt. Auch David H. gewinnt. Iweel opfert einen Bauern und muss zu
sehen wie David seinen Mattangriff erfolgreich abschließt.
Bei den Mädels enden alle 4 Partien der 3. Runde mit einem
Sieg. Die einzige Weißsiegerin – Pauline – dank der Hilfe von Viktoria. Sie
fesselt sich selbst ihre Dame. Die „Befreiung“ bringt zwar einen Turm ein, aber
die Niederlage ist nicht aufzuhalten. Anne ihre Niederlage geht völlig gegen
den Trend. Sie gibt nach Figurenverlust auf, während in den anderen Partien
wieder die besseren zeigen müssen dass sie matt setzen können.
Die 4. Runde bringt das Duell der beiden Saalestädter und
den ersten Sieg für Eric. Sein Freibauer braucht sich nicht mehr zu verwandeln,
Iweel fesselt die eigene Dame. Adrian hat schnell die Qualität verloren, als
auch noch ein Springer vom Brett „verschwindet, reicht“ es ihm. Der „Motor“ von
Hannes scheint zu stocken. Gegen David R. kommt er über eine Punkteteilung
nicht hinweg. Ist der Titel schon verloren?
Für die „Überraschung“ der Nachmittagsrunde sorgt bei den
jungen Damen Phuong. Julia F. kann trotz Qualitätsvorteils und Mehrturm nicht
gewinnen! Die Dessauerin findet die Pattfalle. Damenopfer – Punkteteilung. 2
Mehrbauern reichen auch für Franziska L. nicht zum Sieg. Victoria nutzt die
schwache letzte Reihe – Grundlinienmatt!! Nach nur 16 Zügen hat Julia D. den
Sack zu gemacht. Die fehlerhaften Eröffnungszüge von Anne werden bestraft.
Beruhigt in den 3.Tag können Julia D. und Pauline gehen.
Beide haben mit 4 aus 4 eine reine Weste. Bei den „Herren“ findet man den
Bezirk Magdeburg dreifach an der Spitze. David H.; Florian und Marcel haben je 3 Pkt. auf ihrem Konto.
Spitzenreiter Marcel muss sich in der 5. Runde Eric
geschlagen geben. Das entstandene
Bauernendspiel wickelt Eric cool ab, wie Adrian gegen David R.. Nach
einem Qualitätsopfer verliert Hannes völlig den Faden. Den Turniersieg kann er
endgültig abschreiben. Um an David H. dranzubleiben, muss auch Florian
gewinnen. Dies schafft er eindrucksvoll. Ist er der neue Landesmeister?
Im Spitzenduell der 5.Runde setzt sich Julia D. durch.
Dieses mal gelingt es Pauline nicht ein Turmendspiel mit Minusbauern noch zu
gewinnen. Pauline lässt sich nun auch noch das Matt zeigen. Für Julia jetzt die
besten Voraussetzungen den Titel. Statt mit 27.Txf1+ die Partie auf Siegkurs
zubringen, verliert Anne bald die Dame. Und, die unendliche Geschichte geht
weiter, wieder darf Julia F. das Matt setzen üben. Victoria schafft es nicht
mit Läufer und 3 Bauern gegen einen König, welcher als weißer Einzelkämpfer auf
dem Brett verweilt, die Partie erfolgreich zu beenden. Nach 65 Zügen raucht sie
mit Phuong die Friedenspfeife.
Nach kurzer Mittagspause steht schon die vorletzte Runde an.
Im „Fernduell“ um den Titel spielen David H. und Florian jeweils remis. Florian
knöpft den DWZ „Riesen“ mit Qualitäts-nachteil eine Punkteteilung ab, während
David wohl etwas zu schnell Frieden schließt. Mit Doppelsiegen verbessern
Adrian und Eric ihre Positionen, wobei letzterer plötzlich sogar im Titelrennen
ist. Auch Julia D. landet am 3. Spieltag einen Doppelsieg. Wobei ihr Phuong mit
ihrem Figureneinsteller sehr behilflich ist. Eine Punkteteilung fehlt noch, um
als erste die Ziellinie zu überqueren. Pauline ist nicht zu beneiden. Julia F.
lässt erst eine Figur stehen, verliert bald die Dame und spielt dann, wie
üblich, bis zum…..
Am Schlusstag ist eigentlich nur noch bei den „Männern“
Spannung angesagt. Obwohl Eric durch die 0 gegen Hannes seinen 3.Platz an
diesen verliert, verliert er nicht den Humor. Bevor er aufgibt bietet er noch
lächelnd remis an. Verzichtete David H. freiwillig auf den Titel? Relativ
schell einigt er sich mit seinem Namensvetter auf eine Punkteteilung. Florian
nutzt die Gunst der Stunde. Um nicht die Wertung heranziehen zu müssen, spielt
er gnadenlos auf Sieg. Erfolgreich!! Lohn – Landesmeister! Herzlichen
Glückwunsch. Ungeschlagen, der beste hat sich verdient durchgesetzt. Auch David
Homburg blieb ohne Niederlage. Eine Punkteteilung zuviel, „nur „(?) Vize. Für
einen der erst 1 Jahr Schach spielt eine Super Leistung. Sichtlich enttäuscht
ist Hannes. Er wollte verständlicherweise mehr.
Julia Döring sichert den Titelgewinn mit einer Punkteteilung
ab. Mit Qualitätsvorteil schenkt sie Viktoria einen halben Punkt. Wer hätte
dies nicht gemacht. Wie ihr männliches Pendant bleibt sie ohne Niederlage.
Herzlichen Glückwunsch. Wieder muss Vizelandemeisterin Pauline, nun gegen Julia
L., ins Turmendspiel. Nach Sieg und Niederlage ist wieder ein Sieg dran. Bronze
geht mit besserer Wertung und dank des Geschenks von Julia D. an Victoria.
4,5 Tage sind vorbei. 4,5 Tage
wieder näher am Jugendschach. Ich bin um einige Erfahrungen reicher. Das Schach
der Jungen eigentlich o.k.; aber das der Mädchen – oje. Und ich habe in meinen
Trainigsgruppen 14 (!!) Mädchen. Was kommt da auf mich zu? Soll ich weiter
machen oder besser aufhören?
HG Strasser
|
Endstand nach der 7. Runde |
|||||||||||||||
|
Rg. |
Teilnehmer |
geb |
Verein |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
Pkt. |
SoBer |
DWZ neu |
+ / - |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
1. |
Brüggemann,Florian |
91 |
SG Aufbau Elbe Magdeburg |
** |
½ |
½ |
1 |
1 |
1 |
½ |
1 |
5.5 |
17.25 |
1609 |
+128 |
|
2. |
Homburg,David |
91 |
Stahl Blankenburg |
½ |
** |
1 |
½ |
½ |
1 |
½ |
1 |
5.0 |
15.50 |
1591 |
+77 |
|
3. |
Wendling,Hannes |
91 |
SV Sangerhausen e. V. |
½ |
0 |
** |
0 |
1 |
1 |
½ |
1 |
4.0 |
11.50 |
1814 |
-77 |
|
4. |
Schulz,Marcel |
91 |
SG Aufbau Elbe Magdeburg |
0 |
½ |
1 |
** |
0 |
1 |
1 |
½ |
4.0 |
11.25 |
1587 |
-15 |
|
5. |
Gröger,Eric |
92 |
SV Franckesche Stiftungen Halle |
0 |
½ |
0 |
1 |
** |
½ |
1 |
1 |
4.0 |
10.75 |
1624 |
-34 |
|
6. |
Pfefferkorn,Adrian |
92 |
SV Germania Schafstädt |
0 |
0 |
0 |
0 |
½ |
** |
1 |
1 |
2.5 |
5.00 |
1313 |
+96 |
|
7. |
Rickmann,David |
91 |
SG Aufbau Elbe Magdeburg |
½ |
½ |
½ |
0 |
0 |
0 |
** |
0 |
1.5 |
7.25 |
1350 |
-52 |
|
8. |
Otgontogoo,Iweel |
92 |
USV Halle e. V. |
0 |
0 |
0 |
½ |
0 |
0 |
1 |
** |
1.5 |
3.50 |
1314 |
-26 |
