LEM u14w 2005, Güntersberge 01.-05.02.

Bericht zur Landeseinzelmeisterschaft u14m und u14w

Nach einigen Jahren der Abstinenz vom Jugendschach, habe ich seit geraumer Zeit krankheitsbedingt, wieder Zeit um mit Kindern und Jugendlichen zu „arbeiten“. Bei der im Januar durchgeführten Einzelmeisterschaft des Bezirkes Halle fragte mich der Landeseinzelspiel-leiter Detlef Friedrich ob ich Lust hätte, bei der LEM als Schiri tätig zu sein. Ich hatte Lust. So kam ich zu 4,5 Tagen Aufenthalt im schneebedeckten Harz, genauer gesagt im Kiez Güntersberge. Ich hatte die Aufgabe die u14 „zu richten“.
Vor 8 Mädels und 8 Jungen aus 10 Vereinen standen 7 Runden, in denen die jeweiligen Landesmeister und platzierten ermittelt werden mussten. Beide Turniere hatten mit Pauline Mertens aus Schafstädt und Hannes Wendling, der ebenfalls aus Schafstädt kommt, aber für den SV Sangerhausen startet, klare Favoriten. So musste man es von der DWZ betrachten. Mit einer rund 170 bzw. 230 höheren DWZ, als die nächstplatzierten, gingen beide an den Start. Doch was sind schon Wertzahlen? Bei der Auslosung am Anreisetag wurde festgelegt, dass Vereinspaarungen in den ersten drei Runden „über die Bühne“ gehen müssen.
Mittwoch, 8.15 Uhr, scharfer Start. Marcel Schulz – David Rickmann, das Magdeburger Aufbau-Elbe Duell  bei den Jungen sowie bei den Mädchen Julia Döring – Franziska Lips, das andere Elbeduell, das der Wittenberger, und  der Schafstädter Vergleich zwischen Anne Brummack und Pauline Mertens, so hießen die ersten Vereinsduelle. Alle 3 Partie endeten mit eindeutigen Erfolgen. David’s Isolani war nicht zuhalten, als dann Turmverlust nicht mehr vermeidbar war, streckte er die Waffen. Anne stellte bald einen Springer ein und gab 2 Züge später auf. Auch Franziska büßte eine Figur ein, aber Julia musste ihr zeigen dass sie matt setzen kann. Dies sollte auch im weiteren Turnierverlauf bei den Mädchen typisch werden.
In der Nachmittagsrunde erlebten alle in der Partie zwischen Eric und David Homburg das erste Highlight. Eric gab einen Springer für starken Angriff, David konnte abwehren, opferte die Figur zurück und wurde auch nicht belohnt. Der Mattdrohung konnte er nur mit Dauerschach entwischen. Ein Blackout von David R. kostete ihm einen halben Punkt. Durch das klassische Selbstmatt holte sich Iweel Otgontogoo seinen ersten Punkt. In der zweiten Magdeburger Vereinspaarung benötigte Florian Brüggemann 55 Züge um den vollen Punkt einzufahren. Erneut eilig hatte es Favorit Hannes. Für seinen Sieg in der 1. Runde benötigte er nur 12 Züge, jetzt braucht er etwas länger. Adrian Pfefferkorn reichte Hannes nach 17 Züge die Hand. Julia Fritz reichte selbst der Vorteil einer Dame gegen einen Turm von Franziska L. nicht zum Partiegewinn. Bereits in der 2. Spielstunde stellte sie nacheinander Dame; Turm und Läufer ein (!) und ließ sich wieder zeigen wie matt gesetzt wird. Mit der Schachgöttin war Pauline gegen Phuong Nguyen im Bunde. Sie gewann ein Turmendspiel mit Minusbauern. Auch Anne reichte eine Mehrfigur nicht zum Partiegewinn. Durch Endspielschwäche musste sie schließlich ins remis einwilligen. Wie schon üblich, auch Franziska Becker lässt sich mit Figuren Nachteil von Julia D. zeigen, wie man matt setzt.
Den ersten Tag beenden Florian, Hannes, Julia D. und Pauline mit 2 Siegen. Geht das morgen so weiter?
Marcel ist der Held des 2. Spieltages, beide Partien gestaltet er erfolgreich. Ein unkorrektes Figurenopfer von Hannes, widerlegt er eindrucksvoll und wird mit dem Partiegewinn belohnt. Auch David H. gewinnt. Iweel opfert einen Bauern und muss zu sehen wie David seinen Mattangriff erfolgreich abschließt.
Bei den Mädels enden alle 4 Partien der 3. Runde mit einem Sieg. Die einzige Weißsiegerin – Pauline – dank der Hilfe von Viktoria. Sie fesselt sich selbst ihre Dame. Die „Befreiung“ bringt zwar einen Turm ein, aber die Niederlage ist nicht aufzuhalten. Anne ihre Niederlage geht völlig gegen den Trend. Sie gibt nach Figurenverlust auf, während in den anderen Partien wieder die besseren zeigen müssen dass sie matt setzen können.
Die 4. Runde bringt das Duell der beiden Saalestädter und den ersten Sieg für Eric. Sein Freibauer braucht sich nicht mehr zu verwandeln, Iweel fesselt die eigene Dame. Adrian hat schnell die Qualität verloren, als auch noch ein Springer vom Brett „verschwindet, reicht“ es ihm. Der „Motor“ von Hannes scheint zu stocken. Gegen David R. kommt er über eine Punkteteilung nicht hinweg. Ist der Titel schon verloren?
Für die „Überraschung“ der Nachmittagsrunde sorgt bei den jungen Damen Phuong. Julia F. kann trotz Qualitätsvorteils und Mehrturm nicht gewinnen! Die Dessauerin findet die Pattfalle. Damenopfer – Punkteteilung. 2 Mehrbauern reichen auch für Franziska L. nicht zum Sieg. Victoria nutzt die schwache letzte Reihe – Grundlinienmatt!! Nach nur 16 Zügen hat Julia D. den Sack zu gemacht. Die fehlerhaften Eröffnungszüge von Anne werden  bestraft.
Beruhigt in den 3.Tag können Julia D. und Pauline gehen. Beide haben mit 4 aus 4 eine reine Weste. Bei den „Herren“ findet man den Bezirk Magdeburg dreifach an der Spitze. David H.;  Florian und Marcel haben je 3 Pkt. auf ihrem Konto.
Spitzenreiter Marcel muss sich in der 5. Runde Eric geschlagen geben. Das entstandene  Bauernendspiel wickelt Eric cool ab, wie Adrian gegen David R.. Nach einem Qualitätsopfer verliert Hannes völlig den Faden. Den Turniersieg kann er endgültig abschreiben. Um an David H. dranzubleiben, muss auch Florian gewinnen. Dies schafft er eindrucksvoll. Ist er der neue Landesmeister?
Im Spitzenduell der 5.Runde setzt sich Julia D. durch. Dieses mal gelingt es Pauline nicht ein Turmendspiel mit Minusbauern noch zu gewinnen. Pauline lässt sich nun auch noch das Matt zeigen. Für Julia jetzt die besten Voraussetzungen den Titel. Statt mit 27.Txf1+ die Partie auf Siegkurs zubringen, verliert Anne bald die Dame. Und, die unendliche Geschichte geht weiter, wieder darf Julia F. das Matt setzen üben. Victoria schafft es nicht mit Läufer und 3 Bauern gegen einen König, welcher als weißer Einzelkämpfer auf dem Brett verweilt, die Partie erfolgreich zu beenden. Nach 65 Zügen raucht sie mit Phuong die Friedenspfeife.
Nach kurzer Mittagspause steht schon die vorletzte Runde an. Im „Fernduell“ um den Titel spielen David H. und Florian jeweils remis. Florian knöpft den DWZ „Riesen“ mit Qualitäts-nachteil eine Punkteteilung ab, während David wohl etwas zu schnell Frieden schließt. Mit Doppelsiegen verbessern Adrian und Eric ihre Positionen, wobei letzterer plötzlich sogar im Titelrennen ist. Auch Julia D. landet am 3. Spieltag einen Doppelsieg. Wobei ihr Phuong mit ihrem Figureneinsteller sehr behilflich ist. Eine Punkteteilung fehlt noch, um als erste die Ziellinie zu überqueren. Pauline ist nicht zu beneiden. Julia F. lässt erst eine Figur stehen, verliert bald die Dame und spielt dann, wie üblich, bis zum…..
Am Schlusstag ist eigentlich nur noch bei den „Männern“ Spannung angesagt. Obwohl Eric durch die 0 gegen Hannes seinen 3.Platz an diesen verliert, verliert er nicht den Humor. Bevor er aufgibt bietet er noch lächelnd remis an. Verzichtete David H. freiwillig auf den Titel? Relativ schell einigt er sich mit seinem Namensvetter auf eine Punkteteilung. Florian nutzt die Gunst der Stunde. Um nicht die Wertung heranziehen zu müssen, spielt er gnadenlos auf Sieg. Erfolgreich!! Lohn – Landesmeister! Herzlichen Glückwunsch. Ungeschlagen, der beste hat sich verdient durchgesetzt. Auch David Homburg blieb ohne Niederlage. Eine Punkteteilung zuviel, „nur „(?) Vize. Für einen der erst 1 Jahr Schach spielt eine Super Leistung. Sichtlich enttäuscht ist Hannes. Er wollte verständlicherweise mehr.
Julia Döring sichert den Titelgewinn mit einer Punkteteilung ab. Mit Qualitätsvorteil schenkt sie Viktoria einen halben Punkt. Wer hätte dies nicht gemacht. Wie ihr männliches Pendant bleibt sie ohne Niederlage. Herzlichen Glückwunsch. Wieder muss Vizelandemeisterin Pauline, nun gegen Julia L., ins Turmendspiel. Nach Sieg und Niederlage ist wieder ein Sieg dran. Bronze geht mit besserer Wertung und dank des Geschenks von Julia D. an Victoria.
4,5 Tage sind vorbei. 4,5 Tage wieder näher am Jugendschach. Ich bin um einige Erfahrungen reicher. Das Schach der Jungen eigentlich o.k.; aber das der Mädchen – oje. Und ich habe in meinen Trainigsgruppen 14 (!!) Mädchen. Was kommt da auf mich zu? Soll ich weiter machen oder besser aufhören?
HG Strasser

Endstand nach der 7. Runde

Rg.

Teilnehmer

geb

Verein

1

2

3

4

5

6

7

8

Pkt.

SoBer

DWZ neu

 + / -

1.

Döring,Julia

92

TSG Wittenberg

**

1

½

1

1

1

1

1

6.5

19.50

 1411

+150

2.

Mertens,Pauline

92

SV Germania Schafstädt

0

**

1

1

1

1

1

1

6.0

15.50

 1508

-8

3.

Reiß,Viktoria

91

SG 1871 Löberitz

½

0

**

½

½

1

½

1

4.0

10.25

 1158

+113

4.

Nguyen,Phuong Hoai

91

1. Schachclub Anhalt

0

0

½

**

1

½

1

1

4.0

8.75

 1325

-66

5.

Becker,Franziska

92

Schachfreunde Hettststedt

0

0

½

0

**

1

1

1

3.5

6.00

 1189

-9

6.

Fritz,Julia

92

SV Franckesche Stiftungen Halle

0

0

0

½

0

**

1

0

1.5

3.50

   881

+48

7.

Brummack,Anne

91

SV Germania Schafstädt

0

0

½

0

0

0

**

1

1.5

3.00

 1027

-52

8.

Lips,Franziska

92

TSG Wittenberg

0

0

0

0

0

1

0

**

1.0

1.50

 1018

-96