Das Mädchenturnier hatte aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl deutlich weniger Runden als das Jungenturnier. Hier gab es eine souveräne Landesmeisterin mit 5 aus 5, Josefine Heinemann. Selbst (Mit-)Favoritin Annika Priese, die sich verdient den zweiten Qualifikationsplatz holte, konnte da nicht mithalten. Der Punkte-Endstand spiegelt recht gut die Abstufung des Leistungsvermögens der Teilnehmerinnen wider, auch wenn einzelne Partieausgänge diskutiert werden können.
Im Familienduell Karsten Hansch gegen Stephan Hansch in der 1.Runde der Jungen einigte man sich schnell auf Remis. Danach sah sich Mitfavorit Felix Knopf gegen Karsten Hansch einem sehenswerten Königsinder ausgesetzt. Vor einem strategisch gut motivierten KÖnigsangriff mußte Felix die Waffen strecken. Auch gegen Stephan Hansch reichte es bloß zu einem Remis. In der 6.Runde nahm Karsten Hansch Sören Draheim die Führung ab, um sie danach nie wieder abzugeben. Bis zur letzten Runde lief Felix den beiden Hansch-Zwillingen hinterher. Hier erst vergab Stephan durch ungenaues Spiel in der Eröffnung entscheidenden Materialgewinn, sein Gegner Christian Zimmermann verwertete hochmotiviert den resultierenden Bauernvorteil im Endspiel. Das Siegertrio setzte sich insgesamt klar vom restlichen Feld ab und zeigte, daß man sich die Qualifikation verdient hatte. Die Plätze 4 bis 6 mußten durch Wertung entschieden werden. Das spiegelt den Turnierverlauf wider, in dem man sich gegenseitig die Punkte abnahm oder gegen andere Federn lassen mußte. Gegen die Spitzengruppe wurden alle drei Partien verloren. Dustin Hoffmann spielte zu wechselhaft, um Anschluß an die Spitzengruppe zu halten. Auch Sören Draheim spielte zwar häufig recht solide, hatte aber gegen Hoang Nguyen Manh und Benjamin Reichel eine schwache Phase. Hervorzuheben ist Hoang Nguyen Manh, der erst seit 18 Monaten Caissas Jüngern angehört. Er zeigte in etlichen Situationen sein Talent, z.B. bei der souveränen taktischen Behandlung des frühen Endspielstadiums in Runde 2 gegen Christian Zimmermann.
Enrico Kalliwoda