Die Landesmeisterschaft 2008 war gleich in mehrerer Hinsicht
eine bemerkenswerte Veranstaltung. Zum einen waren mit 200 Personen so viele
Schachinteressierte in den Harz gereist wie zuvor noch nie. Da ja die meisten
Teilnehmerfelder auf Rundenturniere begrenzt sind, fällt es sicher nicht schwer
zu erahnen, dass dieser Zuwachs auf viele mitreisende Eltern (hier erleben wir
eine Angleichung an „West-Verhältnisse“, wo auch nicht in der Mehrheit der
Schachtrainer mit seinen Schäflein unterwegs ist, sondern vor allem engagierte
Eltern), sowie das Sichtungsturnier ,
bei dem Teilnahmeinteressenten abgesagt werden müsste, zurückzuführen. Auch die u8 ist wieder etwas
größer geworden. In der u25 haben wir jetzt den gewünschten Effekt, dass starke
u25-Spieler das Turnier aufwerten. Doch wo liegt der Anreiz für sie- zur LEM
der Männer fährt der u20- Meister. Gleichzeitig brechen im Alter u20 bis u25
dem Landesverband am meisten Mitglieder weg- hier besteht Handlungsbedarf.
Die Kehrseiteder Zuwachszahlen ist, dass
es inzwischen schwer fällt, selbst die auf 6 Starterinnen reduzierten
weiblichen AK alle aufzufüllen.
Leistungssportlich muss man feststellen, dass wir schon Vertretungen mit mehr auszurechnenden Chancen
auf die Spitzenplätze zu Deutschen Meisterschaften schicken konnten. Gleichwohl
war der Kampf um die Titel wieder in vielen Altersklassen spannend. Auch ging
es weitgehend fair und ruhig zu, was auch ein Verdienst der bewährten
Schiedsrichter ist, die diesmal durch Gabi
Manigk und Jens Windelband verstärkt wurden- Letzerer sagte mir, dass er in
dieser Funktion auch schon ein alter
Hase ist- jedenfalls bin ich allen für ihre Arbeit, einschließlich
Partie-Service und Turnierberichten- zu Dank für ihren Einsatz verpflichtet.
Nicht ganz einfach war zum anderen die zeitliche Organisation und die
Quartierverteilung, weil bis Donnerstag eine weitere große Delegation in
Güntersberge übernachtet hat. Ich kann mir vorstellen, dass einige Kinder am
Montag noch- oder besser schon wieder- ferienreif in der Schule saßen. Dieses Problem
ist für die Jahre 2009 (03.-07.02.) und 2010 (09-13.02.) ausgeräumt, da dann
wieder von Dienstag bis Sonnabend gespielt werden kann.
Der
Landesschachverband ist jetzt auch im Besitz der Kiez-Bonuskarte, die für alle Übernachtungen
bei Verbands- und Vereinsveranstaltungen ab 10 Personen einen Preisabschlag von
5% gewährleistet (in den Kiez- Ferienanlagen Güntersberge, Arendsee,
Friedrichsee sowie 6 Objekten in Thüringen und Brandenburg.)
Nicht komplett in den Griff bekommen ließ sich die Internet- Berichterstattung.
Zunächst war aus der Erfahrung der letzten Jahre eine Notvariante über das
Hettstedt-Forum ins Auge gefasst worden. Dann schien vom Netzwerkadministrator des
Kiez der Weg direkt zur Homepage- Berichterstattung freigeschossen worden zu
sein- es wurden sogar unsere Wunsch- Programme ins System eingespielt. Das Ende
vom Lied- alles, was da hätte funktionieren sollen, tat es aus unerfindlichen
Gründen trotz stundenlanger Tests nicht und der Verantwortliche hatte sich in
den Krankenstand verabschiedet. Der Notnagel war schließlich WEB-FTP, denn zur
Forum- Variante wollten wir nach den vielen Mühen auch nicht zurück. Nicht ganz
glatt lief auch der Zeitplan der Siegerehrung, wir haben uns das akademische
Viertel Verspätung „gegönnt“. Es war
durch die Zusammenlegung aller AK im Vorfeld fast schon zu befürchten- schließlich
mussten über 80 Urkunden fertiggestellt werden, da der Drucker einen
Transportschaden abbekommen hatte, der nur einfache Ausdrucke zuließ, auch noch
komplett von Hand.
Der Sonnabend brachte auch noch eine Sitzung der Landesschachjugend mit Gästen.
Die LJEM betreffend wurde beschlossen, die u8 auf nur noch 9 Runden zu begrenzen,
da die Belastung für die Kinder sonst zu groß wird. Dieser Schritt schien nach
der Schilderung von Eltern einleuchtend, ich halte ihn jedoch für voreilig. Der
fehlende freie Nachmittag war in diesem Jahr eine Sondersituation und steht in
den folgenden Jahren wieder zur Regeneration zur Verfügung. Sicher waren die
Kinder nach den 4 Tagen erschöpft. Aber das sind sie auch, wenn sie nach 4
Tagen Klassenfahrt ohne besondere geistige Anstrengung nach Hause kommen, daher
schien mir der Vorschlag der Verkürzung um einen Tag etwas schnell vom Tisch
gewischt. Andere Bedenken erscheinen mir etwas überfürsorglich: wenn Kinder mit
7 Jahren aktiv Fußball spielen und nach dem Spiel erschöpft vom Feld
schleichen, höre ich Elternkommentare wie „ ein Junge muss sich mal so richtig
austoben“. Ist ein 7 Jähriger nach einem langen Schach-Tag K.O., heißt es
schnell, das war zu viel nachdenken. Wir trauen den Kindern geistig zu wenig
zu! Oder wieso saßen einige noch danach am Schachbrett? Ein ganz anderes Thema
ist, wie Kinder dieses Alters die Turniersituation- und vor allem Niederlagen-
verarbeiten. Meine Meinung: ein achtjähriger kann Turnierschach spielen, wenn
er das will. Er muss es noch nicht, um später im Schachsport erfolgreich zu
sein. Und er muss Niederlagen verarbeiten können! Wie schwer ist das, wenn
Eltern oder Betreuer voll Erwartung vor dem Turniersaal stehen. Da ist schnell
gesagt, es war heute zu anstrengend. Aus meiner Sicht ist es für das Kind
leichter zu verarbeiten, an einem langen Tag einen Sieg aus 4 Partien geholt zu
haben als an einem halben Tag null aus zwei und dann Freizeit. Daher werden wir
die Diskussion bezüglich der Überanstrengung auch nächstes Jahr bei 9 Runden
wieder haben- und wir sollten sie tiefgründiger führen. Eine
Freizeitveranstaltung mit Schachbegleitung sollte es am Ende nicht werden-
diese haben wir schon, das Sommerlager. Auch das ist ein Einstieg in den
Schachsport, den man wählen kann.
Beschlossen wurde noch, in der AK u12 bis u8 zukünftig Medaillen statt der Pokale
auszugeben.
Am Ende wieder wie gewohnt Statistik. Viel hat sich zwischen den Bezirken nicht
bewegt, wohl aber im Vergleich der Vereine. Naumburg hat wieder den Platz als
erfolgreichster Nachwuchsverein zurückerkämpft.
Detlef Friedrich
|
Nr. |
Verein |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
Punkte |
|
1 |
Naumburger Sportverein |
2 |
1 |
3 |
|
2 |
1 |
34 |
|
2 |
SG Aufbau Elbe Magdeburg |
2 |
1 |
1 |
1 |
1 |
2 |
28 |
|
3 |
USV Halle e. V. |
2 |
1 |
1 |
2 |
|
|
27 |
|
4 |
SG 1871 Löberitz |
1 |
2 |
|
1 |
2 |
2 |
25 |
|
5 |
SV Franckesche Stiftungen |
1 |
1 |
2 |
1 |
1 |
|
24 |
|
6 |
SV Sangerhausen e. V. |
1 |
1 |
|
2 |
2 |
|
21 |
|
7 |
1. Schachclub Anhalt |
|
1 |
3 |
|
|
|
17 |
|
8 |
TuS Magdeburg |
1 |
1 |
|
1 |
|
|
14 |
|
9 |
SG Döllnitz |
|
1 |
1 |
|
2 |
|
13 |
|
9 |
Stendaler SK |
|
2 |
|
1 |
|
|
13 |
|
11 |
VfL Köthen |
2 |
|
|
|
|
|
12 |
|
12 |
USC Magdeburg |
1 |
|
|
1 |
|
1 |
10 |
|
13 |
Schachfreunde Hettstedt |
|
1 |
1 |
|
|
|
9 |
|
14 |
SV 1925 Helbra e. V. |
|
|
1 |
1 |
|
1 |
8 |
|
15 |
SV Gardelegen e. V. |
1 |
|
|
|
|
|
6 |
|
16 |
SV Kali Wolmirstedt |
|
1 |
|
|
|
|
5 |
|
17 |
SV Merseburg e. V. |
|
|
|
|
2 |
|
4 |
|
17 |
SV Rochade Magdeburg |
|
|
|
1 |
|
|
4 |
|
19 |
SV Lok Aschersleben |
|
|
|
|
1 |
|
3 |
|
20 |
Schachverein Ströbeck |
|
|
|
|
|
1 |
1 |
|
20 |
SSC Annaburg e. V. |
|
|
|
|
|
1 |
1 |
|
20 |
SG Harzgerode e. V. |
|
|
|
|
|
1 |
1 |
|
23 |
SK Dessau |
|
|
|
|
|
|
0 |
|
23 |
Burger SK Schwarz-Weiß |
|
|
|
|
|
|
0 |
|
23 |
SV Salzland Staßfurt |
|
|
|
|
|
|
0 |
Nach Schachbezirken:
Mädchen:
|
Platz |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
Punkte |
|
Halle |
1 |
3 |
5 |
1 |
4 |
1 |
53(-18) |
|
Magdeburg |
3 |
3 |
- |
3 |
- |
1 |
43(+27) |
|
Dessau |
2 |
- |
1 |
1 |
1 |
2 |
23(-5) |
Jungen:
|
Platz |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
Punkte |
|
Halle |
5 |
3 |
4 |
5 |
5 |
2 |
88(+21) |
|
Magdeburg |
2 |
2 |
2 |
2 |
1 |
4 |
42(-23) |
|
Dessau |
1 |
3 |
2 |
- |
1 |
1 |
32(+17) |
Gesamt:
|
Platz |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
Punkte |
|
Halle |
6 |
6 |
9 |
6 |
9 |
3 |
141(+3) |
|
Magdeburg |
5 |
5 |
2 |
5 |
1 |
5 |
85(+4) |
|
Dessau |
3 |
3 |
3 |
1 |
2 |
3 |
55(+12) |