Die u10 startet mit den gewohnten zwölf Teilnehmern und hat mit Sebastian Pallas (PSTV Halle) ebenfalls einen klaren Favoriten. Sebastian startete auch als einziger mit vier Siegen, hatte aber gegen David Grundmann (Burger SK) und Heinz Philipp Embacher (Naumburger SV, lehnte berechtigt Remis ab) bereits bange Momente zu überstehen. Auf den Verfolgerplätzen rangieren Linus Rößler (AEM/3,5) und Robert Stein (SG Döllnitz/3).
Teilweise wird natürlich noch zu schnell gespielt, aber einige - allen voran Linus - nutzen ihre Bedenkzeit schon gut aus. Neben groben Einstellern (bei einigen war heute in der 3. Runde des Tages etwas die Luft raus) gab es einige gute Partien. Ein Feld, in dem jeder jeden schlagen kann und das Rennen um die beiden Qualifikationsplätze für die DJEM sehr offen erscheint.
12.02.:
Favorit Sebastian Pallas ist gesundheitlich nicht ganz auf dem Posten, hat
aber dennoch 2,5 Punkte Vorsprung. Der Kampf um den zweiten Qualifikationsplatz
ist auf den Rängen 2 bis 6 entbrannt, die alle nur ein halber Punkt trennt.
Bei direkten Duellen auf diesen Plätzen konnten heute Maksym mit Weiß
Aaron sowie Robert mit Schwarz Linus bezwingen, wobei es in letztgenannter Partie
mächtig auf und ab ging (beide stellten in gewonnenen Stellungen jeweils
die Dame ein). Der Kampf um Platz zwei verspricht noch viel Spannung für
morgen. Mit Robert Stein - Alexander Kitze in Runde 11 steht auch noch ein direktes
Duell der Qualifikations-Kandidaten an.
13.02.:
Die Schlussrunde verlief noch einmal spannend und bot
einige Überraschungen. Zunächst meldete Linus mit einem sehr schnellen Sieg
seine Ambitionen auf Platz 2 an. Die anderen Ergebnisse fielen dann aber so
aus, dass Alexander mit einem Sieg über Robert hauchdünn nach Wertung vorn
gewesen wäre. Das lag vor allem daran, dass Maksym in einer schönen
Angriffspartie den bereits feststehenden Landesmeister Sebastian bezwang. Am
Ende kam Alexander aber eine Figur abhanden. Robert, der von allen
8er-Kandidaten die schlechteste Feinwertung hatte, brachte die Partie sicher
nach Hause, schrammte aber knapp an der DEM-Qualifikation vorbei.
Fazit:
Mit Sebastian Pallas hat der klare Favorit das Turnier
verdient und deutlich gewonnen. In einigen Partien konnte er seine spielerische
Reife nachweisen, vor allem in der zweiten Hälfte des Turniers, nachdem er
zuvor durch eine Grippe ausgebremst worden war. Mit der schwierigen
psychologischen Situation des großen DWZ-Vorsprungs in der Setzliste kam er
nicht immer zurecht und agierte teilweise oberflächlich. Bei der DEM ist eine
spielerische Steigerung nötig, aber auch sehr gut möglich.
Linus Rößler nutzte - wie in den Berichten schon angedeutet - seine Bedenkzeit mit Abstand am besten. Ihm gelangen einige schöne Endspielleistungen. Wenn es in einer Partie mal nicht wunschgemäß läuft, sollte er sich nicht zu früh aufgeben.
Die weiteren Platzierten - bis hin zu Rang 6 - hatten ebenfalls Potential und Möglichkeiten zur DEM-Qualifikation.
Die Spieler der zweiten Ranglistenhälfte konnten die vor ihnen Platzierten gelegentlich auch ärgern, spielten aber fast durchweg zu schnell.
Neben dem Bedenkzeitmanagement fiel es den Kindern noch schwer zu entscheiden, wann Abtausch angestrebt und wann vermieden werden sollte. Hier zeigte sich Sebastian - mit Vertrauen auf seine Endspielbehandlung - den anderen überlegen.
Dieser u10-Jahrgang hat bei mir insgesamt einen starken Eindruck hinterlassen und auch zahlreiche Kaderspieler hervorgebracht. Ferner fiel noch auf, dass die Teilnehmer auf viele Vereine im ganzen Land verteilt waren und es kaum Vereinspaarungen gab. Nehmen wir das als gutes Zeichen für eine breite Basis der Jugendarbeit in den kommenden Jahren.
Obwohl natürlich noch die eine oder andere Träne bei Niederlagen vergossen wurde, war die Atmosphäre im Turnier toll - es hat viel Spaß gemacht, den jungen Talenten zuzuschauen.
Reyk Schäfer