In dem Wettkampfraum der u/12 fanden die jungen Schachcracks im verschneiten Güntersberge optimale Spielbedingungen. Mit 8 Teilnehmern bei den Jungen und 6 TN bei den Mädchen wurde im Rundensystem gespielt. Im Starterfeld der Jungen waren 50% (4 TN ) allein vom USV Halle. Am Anreisetag wurde nach der offiziellen Eröffnung die Auslosung vorgenommen und pünktlich14.00 Uhr ging es los. Mit einer DWZ von 1452 galt Felix Schulte (USV Halle) als Favorit, der allerdings gleich in der 1. Runde gegen seinen Vereinskamerad Michael Niggl verlor.
Bei den Mädchen war Josefine Heinemann vom USC Magdeburg mit einer DWZ von 1325, das sind 170 Zähler mehr als ihre Verfolgerin Celine Peschos von TuS Magdeburg, die Top- Favoritin.
Der zweite Wettkampftag versprach eine Reihe von spannenden Partien. Bei den Mädchen setzte sich erwartungsgemäß Josefine Heinemann mit 2,5 aus 3 durch. Zu einem „Kampf um alles“ kam es im Nachfolgerduell Peschos – Heinemann leider nicht, denn im 17. Zug trennten sich beide friedlich im Remis. Auch bei den übrigen Partien fehlte die gewisse Würze, so dass die zweite Runde relativ schnell zu Ende ging.
Bei den Jungen dagegen wurde mit mehr Engagement gekämpft, denn es war hier alles möglich, inklusive Überraschungen. So nutzte Gedeon Hartge die Gunst der Stunde und führte am Abend die Tabellenspitze mit 2,5 aus 3 an. Auch das Saalestadtderby zwischen Altstadt und Schulte wartete mit Spannung auf. Karl Simon hielt lange Zeit dagegen, doch im Endspiel wurde er von Felix überspielt, so dass er ihm die Hand zum Sieg reiche musste. Für Felix Schulte war der Punkt sehr wichtig, wolle er nicht den Anschluss an das Spitzenfeld verlieren. Karl Altstadt profitierte noch von seinen vorherigen Leistungen und hielt den 2. Tabellenplatz vor Felix Schulte.
Früh pünktlich 9.00 Uhr begann die 4. Runde. Für die Jungen bedeutete dies Halbzeit, während es für die Mädchen die vorletzte Runde war. Mit Überraschungen konnten sie allerdings nicht aufwarten. Josefine Heinemann und Celine Paschos gewannen jeweils ihre Partien, was Punkgleichheit bedeutete. Damit kommen sie einer Blitzentscheidung immer näher.
Bei den Jungen sind noch lange nicht alle Messen gesungen und es bleibt weiterhin spannend. Leider endete die Spitzenpartie Gedeon Hartge – Karl Simon Altstadt frühzeitig und ohne Kampfgeist im Remis. Zwar befindet sich Gedeon noch mit einem halben Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze, doch kommen ihm seine Verfolger Karl Altstadt und Nico Fahsel (USC Magdeburg) verdächtig nah. Für Felix Schulte, den Favoriten und DWZ-Stärksten dieser Gruppe, ist der Traum vom Landesmeister ausgeträumt. In seiner Partie gegen Nico Fahsel vergab er seine Gewinnstellung, die im dreizügigen Matt endete. Damit hat er den Anschluss an die Tabellenspitze verloren.
Der Nachmittag war für alle Spieler und Spielerinnen frei, so dass der hohe Schnee einen willkommenen Ausgleich für alle Schachspieler darstellte.
Vierter und letzter Wettkampftag der Mädchen. Kurzen Prozess machte Josefine Heinemann mit ihrer
Gegnerin Marlen Eltze, SG Löberitz. Ihr Königsschutz, der nie einer war, zerbrach bereits nach 18 Zügen. Damit war Josefine vorerst Landesmeisterin, doch nur für eine Stunde. Denn dann hatte auch Celine Paschos Luise Uffrecht von Roland Weißenfels in die Knie gezwungen. Nach dem Wettkampf musste nun die Landesmeisterin mit einer Blitzschachentscheidung ermittelt werden. Mit 2:1 besigte Josefine ihre Konkurrentin und wurde Landesmeisterin. Punktgleich, doch mit besserer Sonneborn- Wertung landete Marlen Eltze vor Olivia Puls (USV Halle) auf Platz 3. Mit immerhin 1,5 Punkten erkämpfte sich Helene Jacob vom SV Merseburg den 5. Rang vor Luise Uffrecht.
Bei den Jungen blieb es spannend, denn der Spitzenreiter Gedeon Hartge wurde von Felix Schulte besiegt und vom1. Platz verdrängt. Aber auch die Verfolger, Karl Altstadt, Michael Niggl und Nico Fahsel gewannen ihre Partien, so dass die Nachmittagsrunde weiterhin spannend bleibt.
Nun allein im Wettkampfraum, wurde weiterhin fieberhaft um die vorderen Tabellenplätze gekämpft. Doch ließen bei Cedric von Angern und Nico Fahsel die Kräfte ein wenig nach, was ihre Gegner konsequent ausnutzten und sie matt setzten. Max Garde bot Karl Altstadt wesentlich länger Paroli, dennoch musste er nach 2-stündiger Spieldauer eine Endspielniederlage hinnehmen. Trotz bitteren Gefecht in der Partie Gedeon Hartge und Lucas Tölle (Germania Köthen) ging keiner als Sieger hervor. Nach der Vorletzten Runde führt Karl Altstadt die Tabelle mit 4,5 Punkten an, sein härtester Verfolger Michael Niggl ist mit 4 Punkten auf Platz 2. Noch lange nicht abgeschrieben sind Gedeon Hartge, Felix Schulte und Nico Fahsel mit je 3,5 Punkten. Also Spannung pur bis zum Schluss.
5.Tag
Voller Erwartungen auf das, was da kommen wird, standen die jungen Schachspieler schon vor dem regulären Start im Wettkampfraum. Dem entsprechend lange dauerten auch die einzelnen Partien. Doch dann, nach 100 Minuten, fallen gleich zwei Entscheidungen. Karl Altstadt kommt gegen Nico Fahsel nicht über ein Remis hinaus, während Felix Schulte als Sieger über Lucas Tölle hervorgeht. Immer noch ist nichts entschieden. Als nächstes folgte ein Remis zwischen Max Garbe und Gedeon Hartge. Endlich, nach fast 3 Stunden, ist auch die letzte Partie zu Ende. Michael Niggl besiegt Cedric von Angern. Für Michael reicht der Sieg nicht zum 1. Patz. Es trennt ihn ein halber Wertungspunkt vom Landesmeistertitel, den nun mit 5 aus 7 Karl Altstadt für sich in Anspruch nimmt. Beide Spieler werden aber unser Land bei der Deutschen Meisterschaft vertreten. Auch die zwei Nachfolgeplätze gingen an den USV Halle. Felix Schulte sicherte sich mit 4,5 Punkten den Bronzeplatz, während für Gedeon Hartge, punktgleich mit Nico Fahsel, ein guter 4. Platz verbleibt. Bleibt noch zu erwähnen, es war eine interessante und spannende Meisterschaft bis zum letzen Zug. Sie verlief fair und ohne Vorkommnisse.
Schiedsrichter A. Trost