Bericht LEM U16 männlich 2010

Runde 1
Die U16 männlich ist die wohl spannendste Altersklasse, in der sich gleich fünf Spieler berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen können. Den ersten „Bigpoint“ setzte Fridolin mit einem solide herausgespielten Schwarzsieg gegen Alexander Müller. Auch Samuel zeigte mit einer schönen Kombination und einem Sieg in 18 Zügen gegen Alexander Ziervogel Stärke. Anschließend folgte die erste Überraschung des Turniers als Vilen mit Weiß gegen die etwas unorthodoxe Eröffnungsbehandlung von Philipp erst keinen Vorteil herausholen konnte und anschließend klar schlechter stand. Nach einer Abwicklung ins Endspiel begnügte sich Philipp gegen Vilen mit Mehrqualität dann allerdings mit Remis. Florian wehrte bei entgegengesetzten Rochaden solide die Angriffe von Erik ab, um anschließend selbst am Damenflügel zum schnellen Erfolg zu kommen.

Runde 2
In der Vormittagsrunde konnte Alexander Müller schnell zweizügig einen Bauern gegen Philipp gewinnen und diesen dann auch souverän verwerten. In der Spitzenpaarung dieser Runde gab es entgegengesetzte Rochaden. Während Vilen vorwiegend mit seiner Dame agierte und dabei am Königsflügel einen Bauern einsammeln konnte, koordinierte Samuel seine Figuren für den Königsangriff. Dieser brachte dann entscheidenen Materialvorteil. Fridolin überspielte Erik und gewann durch einen schönen taktischen Schlag. Florian spielte wie in der ersten Runde am längsten. Er sammelte kleine Vorteile gegen Alexander Ziervogel, gewann dann einen Bauern und brachte das Endspiel in gewohnt souveräner Manier nach Hause.

Runde 3
Die beiden Spitzenpaarungen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während zwischen Alexander Müller und Samuel niemand ernsthafte Siegabsichten zeigte und sich die Anzahl der Figuren stetig verringerte, entwickelte sich zwischen Florian und Fridolin ein offener und scharfer Kampf. Nach 18 Zügen stellten der Köthener und der Merseburger dann auch den Kampf ein. Florian beorderte in einer Stellung mit beiderseitig langen Rochaden seine komplette Königsflügelbauernfraktion nach vorne, opferte einen dieser Bauern und bekam dafür einige Drohungen. Fridolin wehrte diese souverän ab und konterte den Naumburger aus, nachdem dieser mögliche Remisabwicklungen ausschlug. Somit der nächste Bigpoint für den Löberitzer.
Vilen gewann souverän gegen Alexander, der nach einem Turmopfer vielleicht etwas verfrüht aufgab. Im Duell zwischen Erik und Philipp ging es ebenfalls scharf zu. Der Magdeburger übersah eine taktische Möglichkeit, die ihm den Sieg eingebracht hätte. Anschließend tauschten sich viele Figuren und im entstehenden Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und jeweils einem Turm wurde das Unentschieden vereinbart.

Runde 4
Die 4. Runde hielt einige Überraschungen und eine Fastüberraschung parat. Fridolin mühte sich mit Schwarz gegen Alexander Ziervogel, konnte aber die Symmetrie nicht zerstören. Nach und nach tauschten sich alle Figuren und das Remis war Remis war unterschriftsreif. Vilen stellte gegen Alexander Müller eine Figur und damit die Partie ein. In den anderen beiden Partien hieß es wieder David gegen Goliath. Dabei ärgerten Philipp und Erik ihre Kontrahenten mächtig. Während Florian die Eröffnung schlecht behandelte und dadurch klar schlechter stand, mühte sich Samuel Vorteile gegen Erik zu erzielen. Philipp gewann zwischenzeitlich eine Figur, stellte die Partie dann aber durch eine zu schnelle Spielweise ein. Auch Samuel kam noch mit einem blauen Auge davon, als er einen Bauern einstellte, sich aber noch ins Remis im Bauernendspiel retten konnte. Hier standen am Ende nur noch beide Könige auf dem Brett.

Runde 5
Diese Runde war gekennzeichnet durch relativ deutliche Favoritensiege. Alexander Müller, Vilen und Fridolin setzten sich sicher gegen Alexander Ziervogel, Erik und Philipp durch, wobei Vilen die meiste Mühe hatte. Im Spitzenduell blieb Florian im ersten seiner drei Endspiele erfolgreich und somit auch im Titelkampf. Nach einer etwas unkonventionellen Eröffnungsbehandlung durch Samuel entwickelte sich mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor, da Samuels Gegenspiel am Damenflügel zu spät kam und den Angriff auf den eigenen König nicht kompensieren konnte.

Runde 6
Samuel machte in dieser Runde kurzen Prozess mit Fridolin und die Meisterschaft damit richtig spannend. Nach 22 Zügen musste der Löberitzer die Waffen strecken. In der Partie zwischen Vilen und Florian opferte der Anziehende eine Qualität für einen Bauern, um Entlastung zu schaffen, stand aber trotzdem klar schlecher. Durch einen Blackout stellte Florian einige Züge später diese wieder ein. Clevererweise verband er dies noch rechtzeitig mit einem Remisangebot, was Vilen sofort akzeptierte. Nach einem Blick auf die Stellung ärgerte er sich allerdings, da das entstehende Turmendspiel nur ihm Siegchancen geboten hätte.Erik gewann gegen Alexander Müller zwei Figuren gegen einen Turm, stellte kurze Zeit später aber eine Figur zweizügig ein, was die Partie entschied.In der längsten Partie des Tages duellierten sich Alexander Ziervogel und Philipp. Hier setzte sich der Helbraer im Endspiel mittels einer Springergabel durch.

Runde 7
Die erste beendete Partie des Tages war die zwischen Erik und Alexander Ziervogel, die sich nicht wehtaten. Mit dem Remis schließen beide ein Turnier ab, in dem sie sicher viel gelernt haben.An den anderen Brettern entwickelten sich derweil spannende Kämpfe. Fridolin griff Vilen am Königsflügel in einer Stellung mit entgegengesetzten Rochaden an. Vilen versuchte im Zentrum nach Gegenspiel. Nach einem Qualitätsopfer des Magdeburgers entschied ein Damenopfer zu Gunsten des Anziehenden. Alexander Müller erbeutete gegen Florian im direkten Duell der Titelkandidaten einen Bauern und verwertete den Vorteil souverän im Springerendspiel. Samuel erzielte lange keine Fortschritte gegen Philipp, gewann dann aber einen Bauern und brachte die Partie sicher nach Hause.

Michael Zeuner