Runde 1
Die U16 männlich ist die wohl spannendste Altersklasse, in
der sich gleich fünf Spieler berechtigte Hoffnungen auf den
Titel machen können. Den ersten „Bigpoint“ setzte
Fridolin mit einem solide herausgespielten Schwarzsieg gegen
Alexander Müller. Auch Samuel zeigte mit einer schönen
Kombination und einem Sieg in 18 Zügen gegen Alexander Ziervogel
Stärke. Anschließend folgte die erste Überraschung
des Turniers als Vilen mit Weiß gegen die etwas unorthodoxe
Eröffnungsbehandlung von Philipp erst keinen Vorteil herausholen
konnte und anschließend klar schlechter stand. Nach einer
Abwicklung ins Endspiel begnügte sich Philipp gegen Vilen mit
Mehrqualität dann allerdings mit Remis. Florian wehrte bei
entgegengesetzten Rochaden solide die Angriffe von Erik ab, um
anschließend selbst am Damenflügel zum schnellen Erfolg zu
kommen.
Runde 2
In der Vormittagsrunde konnte Alexander Müller schnell
zweizügig einen Bauern gegen Philipp gewinnen und diesen dann
auch souverän verwerten. In der Spitzenpaarung dieser Runde gab
es entgegengesetzte Rochaden. Während Vilen vorwiegend mit
seiner Dame agierte und dabei am Königsflügel einen Bauern
einsammeln konnte, koordinierte Samuel seine Figuren für den
Königsangriff. Dieser brachte dann entscheidenen
Materialvorteil. Fridolin überspielte Erik und gewann durch einen schönen
taktischen Schlag. Florian spielte wie in der ersten Runde am
längsten. Er sammelte kleine Vorteile gegen Alexander Ziervogel,
gewann dann einen Bauern und brachte das Endspiel in gewohnt
souveräner Manier nach Hause.
Runde 3
Die beiden Spitzenpaarungen hätten unterschiedlicher nicht
sein können. Während zwischen Alexander Müller und Samuel niemand ernsthafte
Siegabsichten zeigte und sich die Anzahl der Figuren stetig verringerte,
entwickelte sich zwischen Florian und Fridolin ein offener und scharfer Kampf.
Nach 18 Zügen stellten der Köthener und der Merseburger dann auch den Kampf
ein. Florian beorderte in einer Stellung mit beiderseitig langen Rochaden seine
komplette Königsflügelbauernfraktion nach vorne, opferte einen dieser Bauern
und bekam dafür einige Drohungen. Fridolin wehrte diese souverän ab und
konterte den Naumburger aus, nachdem dieser mögliche Remisabwicklungen
ausschlug. Somit der nächste Bigpoint für den Löberitzer.
Vilen gewann souverän gegen Alexander, der nach einem
Turmopfer vielleicht etwas verfrüht aufgab. Im Duell zwischen Erik und Philipp
ging es ebenfalls scharf zu. Der Magdeburger übersah eine taktische
Möglichkeit, die ihm den Sieg eingebracht hätte. Anschließend tauschten sich viele
Figuren und im entstehenden Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und jeweils
einem Turm wurde das Unentschieden vereinbart.
Runde 4
Die 4. Runde hielt einige Überraschungen und eine
Fastüberraschung parat. Fridolin mühte sich mit Schwarz gegen Alexander
Ziervogel, konnte aber die Symmetrie nicht zerstören. Nach und nach tauschten
sich alle Figuren und das Remis war Remis war unterschriftsreif. Vilen stellte
gegen Alexander Müller eine Figur und damit die Partie ein. In den anderen
beiden Partien hieß es wieder David gegen Goliath. Dabei ärgerten Philipp und
Erik ihre Kontrahenten mächtig. Während Florian die Eröffnung schlecht
behandelte und dadurch klar schlechter stand, mühte sich Samuel Vorteile gegen
Erik zu erzielen. Philipp gewann zwischenzeitlich eine Figur, stellte die
Partie dann aber durch eine zu schnelle Spielweise ein. Auch Samuel kam noch
mit einem blauen Auge davon, als er einen Bauern einstellte, sich aber noch ins
Remis im Bauernendspiel retten konnte. Hier standen am Ende nur noch beide
Könige auf dem Brett.
Runde 5
Diese Runde war gekennzeichnet durch relativ deutliche
Favoritensiege. Alexander Müller, Vilen und Fridolin setzten sich sicher gegen
Alexander Ziervogel, Erik und Philipp durch, wobei Vilen die meiste Mühe hatte.
Im Spitzenduell blieb Florian im ersten seiner drei
Endspiele erfolgreich und somit auch im Titelkampf. Nach einer etwas
unkonventionellen Eröffnungsbehandlung durch Samuel entwickelte sich mehr oder
weniger ein Spiel auf ein Tor, da Samuels Gegenspiel am Damenflügel zu spät kam
und den Angriff auf den eigenen König nicht kompensieren konnte.
Runde 6
Samuel machte in dieser Runde kurzen Prozess mit Fridolin
und die Meisterschaft damit richtig spannend. Nach 22 Zügen musste der
Löberitzer die Waffen strecken. In der Partie zwischen Vilen und Florian opferte der
Anziehende eine Qualität für einen Bauern, um Entlastung zu schaffen, stand
aber trotzdem klar schlecher. Durch einen Blackout stellte Florian einige Züge
später diese wieder ein. Clevererweise verband er dies noch rechtzeitig mit
einem Remisangebot, was Vilen sofort akzeptierte. Nach einem Blick auf die
Stellung ärgerte er sich allerdings, da das entstehende Turmendspiel nur ihm
Siegchancen geboten hätte.Erik gewann gegen Alexander Müller zwei Figuren gegen einen
Turm, stellte kurze Zeit später aber eine Figur zweizügig ein, was die Partie
entschied.In der längsten Partie des Tages duellierten sich Alexander
Ziervogel und Philipp. Hier setzte sich der Helbraer im Endspiel mittels einer
Springergabel durch.
Runde 7
Die erste beendete Partie des Tages war die zwischen Erik
und Alexander Ziervogel, die sich nicht wehtaten. Mit dem Remis schließen beide
ein Turnier ab, in dem sie sicher viel gelernt haben.An den anderen Brettern entwickelten sich derweil spannende
Kämpfe. Fridolin griff Vilen am Königsflügel in einer Stellung mit
entgegengesetzten Rochaden an. Vilen versuchte im Zentrum nach Gegenspiel. Nach
einem Qualitätsopfer des Magdeburgers entschied ein Damenopfer zu Gunsten des
Anziehenden. Alexander Müller erbeutete gegen Florian im direkten Duell
der Titelkandidaten einen Bauern und verwertete den Vorteil souverän im
Springerendspiel. Samuel erzielte lange keine Fortschritte gegen Philipp,
gewann dann aber einen Bauern und brachte die Partie sicher nach Hause.
Michael Zeuner