Der Jüngste aus dem Harz ganz oben
Klein, aber fein war das Starterfeld bei den Jüngsten! 6 Kinder hatten sich in die Starterliste eingeschrieben, es wurde ein doppeltes Rundensystem gespielt. Nach der Hälfte war eine deutliche Zweiteilung des Feldes zu verzeichnen. Alexander Niemann, Lennard Hoffmann und Aaron Hartge lagen vorn. Ab der 4. Runde rückte der Zweikampf zwischen Lennard und Alexander in den Mittelpunkt. In einer gutklassigen Partie siegte Alexander, nachdem er sechs Züge zuvor noch Remis geboten hatte. Doch beide wollen gewinnen. Seinen Sieg quittierte er trocken mit den Worten „endlich gewonnen“ und „gut gespielt“. Auch in den ersten Partien der „Rückrunde“ blieb Alexander erfolgreich und die Spannung stieg erst wieder in Runde 9, in der Lennard unbedingt Revanche nehmen wollte. Doch zwei Bauern, ein Läufer und ein Springer reichten Alexander nach nur 13 Zügen, um Lennard, der zu diesem Zeitpunkt einen Turm mehr hatte, zur Aufgabe zu zwingen und seiner Schwester zu verkünden: „Gewonnen“. Im Harz konnte gejubelt werden und sogar die Presse erschien!
Zum Niveau lässt sich wenig sagen. Sicher gab es keine Patts und Schäfermatts, doch negativ normal ist, dass die Runden meist unter 60 Minuten dauern. Die entscheidende 9. Finalrunde war mit 23 Minuten sogar die kürzeste überhaupt. Sehr positiv ist, dass alle Partien erfasst und damit im Training ausgewertet werden können. Es gibt viel zu tun, auch mit der einzigen jungen Dame, Annika Kirsten aus Magdeburg, die mit zunehmender Spielzeit an Selbstvertrauen gewonnen hat und jetzt weiß, dass man gegen Jungen auch im Schach gewinnen kann! Mit beachtlichen 3 Punkten darf sie sich nun Landesmeisterin u8w nennen und ist wie Alexander Niemann (SV Einheit Halberstadt) zwar im kommenden Jahr auch noch u8, aber für die u10 vorberechtigt.
Echte Höhepunkte waren das einzige Remis zwischen Lars Jungklaus und Aaron Hartge, das variable Eröffnungsprogramm des neuen Landesmeisters, die beiden Finalpartien und zahlreiche klare Mattpläne.
Rüdiger Schneidewind