Wenn dein Pferd tot ist, steig ab !

Persönlicher Rückblick auf die Jugendversammlung im Mai
von Dirk Michael

Nach etwa zwei Jahrzehnten (mit kurzer Pause) verlasse ich den Vorstand der LSJ, wo ich schon viefältig, zuletzt im Ressort Breitenschach, Verantwortung übernehmen durfte. In der Gesamtheit war es eine schöne Zeit, die damals mit einigen hoffnungsvollen Reformen begann und immer wieder ein kreatives Ringen um Ideen erbrachte. Unvergesslich bleibt mir z.B. auch eine Vorstandssitzung in meinem Garten, auf der grünen Wiese neben dem Grill. Vielen Dank an alle Mitstreiter und Wegbegleiter ! 
Diesen guten Geist fand ich in den letzten Jahren leider immer seltener, stattdessen mangelte es chronisch an Kommunikation, Innovation, Pragmatismus und vor allem an jener Harmonie, die auch einen sachlich harten Disput mit einem brauchbaren Ergebnis enden lässt.
Prägendes Merkmal war nun eher, dass frisch gewonnene Vorstandsmitglieder, die eigentlich zu großen Hoffnungen Anlass boten, schon nach kurzer Zeit auf eine weitere Zusammenarbeit verzichteten. 

Im Gegensatz zu anderen Vorstandsmitgliedern konnte ich vorher im Rechenschaftsbericht keinen Abschied aus dem LSJ-Vorstand erklären. Denn ich war nicht nur bereit, erneut zu kandidieren, sondern auch die zusätzliche Arbeit, die sich aus meinen Anträgen ergeben konnte anzugehen. Diese Anträge sollten ein kleines Stück Programm für die Zukunft der LSJ sein und auch die Anträge anderer Vorstandsmitglieder passten ins Bild und hatten meine volle Unterstützung. Die Versammlung war hier im doppelten Sinne als Prüfstein gedacht, eventuell auch für meinen Verbleib im Vorstand. Ursprünglich war es mein Anliegen, einige interessante Projekte der LSJ in jedem Fall weiterzuführen. Diesen Plan muss ich nun im Rückblick auf die Versammlung wohlbegründet aufgeben, samt dem Amt.
Denn für meine Ideen zur Weiterentwicklung der LSJ wurde das Treffen zu einem erstaunlichen Fiasko.  
 
Nun bin ich mit deutlich über 50 Jahren ganz sicher nicht mehr der jüngste Trieb am Baum der Landes-Schachjugend gewesen, aber im Altersschnitt  d i e s e r  "Jugendversammlung" durfte ich mich tatsächlich nochmal als Junior fühlen, als junger Randalierer. 

Anträge gab es ausschließlich (!) vom Vorstand. Und die Oldie-Runde lehnte glattweg fast alle Anträge ab, die über redaktionelle Änderungen hinausgingen ! Auch Vorstandsmitglieder votierten eifrig für den Stillstand. Winziger Schritt in die von mir erhoffte Richtung war die Annahme des Antrags von Detlef zum LEM-Masters-Open-Dingsbums U16/U18, natürlich nur denkbar knapp. Inhaltlich vielleicht noch nicht perfekte Lösung, aber eine sehr deutliche Verbesserung.
Martin wurde durch Ablehnung seiner Anträge vom Gestalter seines Ressorts - zum Verwalter eines kräftig angestaubten Status quo degradiert. Aber erst nach haarspalterischen Diskussionen mit Delegierten um seine Anträge, bei denen ihn der Vorstand weitgehend hängen lies. Und seine Vorschläge waren nicht etwa revolutionär.
Bitter und irrsinnig fand ich z.B. die Entscheidung, die Qualifikation U10 (8 und 9-jährige Kinder!) im Mai zu spielen, für ein Finale Ende Dezember (DVM U10). Die Quali gehört zeitnah in den Herbst - egal in welchem Austragungsmodus. Rätselhaft, wie erfahrene Trainer für ihre kleinen Kinder etwas anderes entscheiden konnten.
Mein abgelehnter Antrag zur Umbenennung eines Vorstandamtes (Verbandsentwicklung) war inhaltlich unbedeutend, aber Gegenreden und klare Ablehnung hatten große Symbolkraft.
Verbandsentwicklung ?? Nicht mit uns ! 

Dass eine U20-Meisterschaft als Wochenend-Turnier (mein Antrag) ein höchstumstrittenes Projekt werden würde, war mir natürlich vorher klar. Die Diskussion verlief jedoch einseitiger als erwartet. Für mich völlig überraschend, wurde dabei auch die LMM U14, die aus meiner Sicht als Modell für die U20 taugen sollte, kräftig in ihrem Wert angezweifelt und herabgewürdigt - wogegen auch niemand im Vorstand Einspruch erhob. Im Gegenteil - die vorgeschlagene Übertragung dieser Idee auf die U20 wurde im Vorstand als "schädlich für den Landesverband" gegeißelt. Womit indirekt die bisherige Meisterschaft U20 mit konstant 2 bis 4 Teams als äußert nutzbringendes Ideal gelten darf. Die Abstimmung bestätigt diese Anschauung.
 
Nun ist es kein Geheimnis, dass die LMM U14 immer schon mein echtes Herzensprojekt gewesen ist, und deren Erfolg sollte auch eine der Türen in die Zukunft sein. Ich sah immer auch den Modellcharakter der Veranstaltung auf Schloß Heldrungen und konnte zeigen, dass es bei entsprechender Organisation möglich ist, sehr vielen Kindern eine tolle Veranstaltung zu bieten. Ich bin überaus stolz auf 22 teilnehmende Mannschaften. Die letzten U14-Mannschafts Meisterschaften waren mit Riesen-Abstand die größten im Land. Jetzt hat sich leider erwiesen: Ich stehe mit dieser Ansicht (fast) völlig allein da. Ich organisierte mit viel Aufwand eine prallvolle Meisterschaft, deren Erfolg in meinem Bundesland im günstigsten Falle zu absurden Relativierungen Anlass gibt, aber keinesfalls als Wegweiser für die Zukunft eines lebendigen Schachverbandes gesehen wird. Ich bin nach Jahrzehnten als Funktionär bestimmt nicht leicht zu erschüttern, aber hier folge ich der alten Indianer-Weisheit: 
WENN DEIN PFERD TOT IST, STEIG AB 

Ich hoffe auf Verständnis, dass ich nach den jüngsten Verwerfungen in der LSJ mein Engagement für die LMM U14 beende. Die nächste Meisterschaft ist für März 2020 geplant, also genug Vorlauf für meinen Nachfolger.

Ähnlich verhält es sich mit den Landesjugendspielen in Halle. Ich bin nicht mehr im Vorstandsamt und nach dem Verlauf der Jugendversammlung halte ich mich momentan nicht für den Richtigen, im Auftrag der LSJ zu einem erfolgreichen Turnier zu rufen. Und, ehrlicherweise hinzugefügt, bin ich für eine Zusammenarbeit mit der LSJ derzeit auch alles andere als motiviert. Der aktuelle Planungsstand liegt meinem Mitorganisator Florian Heyder komplett vor, eine Ausschreibung habe ich bereits erstellt. Sie muss ggf. nur noch um die objektbezogenen Daten ergänzt werden. 

Etwas unglücklich bin ich, dass ich mit dem Rückzug aus diesen Projekten mit Florian und Martin genau jene Schachfreunde ein wenig allein lasse, mit denen mich bis zuletzt eine gute Zusammenarbeit verband. Sorry, Jungs.  
 
Mein Wunsch für die zukünftige Arbeit der LSJ wäre ein schönes Schulschach-Landesfinale, wie wir es 2019 hatten. Als "Möchtegern-Verbandsentwickler" sehe ich das Schulschach in seiner Gesamtheit als unseren wichtigsten Nährboden für künftige Generationen von Schachspielern und das Landesfinale ist dafür prägnantes Symbol. Schulschach liegt jetzt neu in den Händen von Thomas Bundrock, und ist damit sogar "Chefsache" (Alles Gute !)
Dies ist wohlweislich meine einzige Erwartung . . . 
Uns allen wünsche ich viel Freude beim Schach !
Dirk Michael

P.S. Schach ist vielfältig. Natürlich bleibe ich Schachtrainer und -Organisator. Mit etwas mehr Zeit für die großartigen Kinder im eigenen Verein.
Und ohne Zweifel muss eine LSJ, die lediglich eine bräsige Konserve des "Vorgestern" sein will, irgendwann das Haltbarkeitsdatum überschreiten . . .     

Restitution per Relegation - Hettstedts Zweite hält in letzter Sekunde die Klasse

Eine völlig unverhoffte Wendung des Schicksals erlaubte der Zweiten der Schachfreunde Hettstedt den Verbleib in der Bezirksoberliga. Als Letzter der Liga hatte das Team - nach einer Serie voller Pech und Pannen - bereits seinen Frieden mit dem unvermeidlich scheinenden Abstieg gemacht, als der USV Halle sich entschied, seine neu geplante Mannschaft freiwillig eine Liga tiefer starten zu lassen. Die Hallenser wollen dort ihr Team mit Jugendspielern neu aufbauen. Ein "Hoch" auf die Jugendförderung des USV ! Denn diese edle Strategie eröffnete den Hettstedtern die Chance auf das Relegationsspiel gegen die SG Sennewitz (2. Platz Bezirksliga), welches ursprünglich der Quenstedter Eintracht zugestanden hätte, deren unerschütterliches Siebengestirn nun sogar kampflos die Liga hält. 
Und obwohl diese neue Konstellation sich für die Hettstedter äußerst kurzfristig ergab, wurde in Windeseile noch eine solide Aufstellung formiert, mit der die Schachfreunde ihrer Favoritenrolle gerecht werden konnten. Zumal die Sennewitzer vor Jahresfrist ihren spielstärksten Jugendstar Pascal Neuber zum USV Halle (sic!) delegiert hatten. 

Nach spannendem Kampf gewannen die Hettstedter verdient, aber in der Höhe schmeichelhaft, mit 6 : 2 gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Sennewitzer. Nach Partiegewinnen von Alexander Schmidt, Enrico Kalliwoda, Frank Kuberkiewicz und Jugendspieler Oliver Krüger blieb es Mannschaftsleiter Jürgen Kaschuba vorbehalten, mit seinem Sieg den Nichtabstieg seiner Mannschaft zu zementieren. Detlef Friedrich erhöhte nach Zeitnotschlacht zum Endstand.
Ein glücklicher Narr ahnt es jedoch: Nach dem Klassenerhalt  . . . ist vor dem Klassenerhalt.       

Obdachloses Kind wird Schachmeister

Eine ganz erstaunliche kleine Geschichte aus Amerika. 
Obdachlos, aber nicht verwahrlost. 
Vielleicht ist Mangel für die Entfaltung geistiger Energien weniger hemmend als Überfluss ? 
Und so warten wir in Deutschland noch ein wenig auf die schaumgeborenen Jungmeister des königlichen Spiels - still gereift im Brutkasten einer wohlstandsverwahrlosten Kindheit zwischen Computer, Handy und Fernseher.  

https://www.stern.de/familie/kinder/new-york-city--ein-achtjaehriger-obdachloser-wird-schachmeister---er-spielt-erst-seit-einem-jahr-8624166.html

Klassenerhalt um Haaresbreite gesichert/ Relegation/ Abstieg

Am letzten Spieltag traf sich die gesamte Landesliga im wunderbar stilvollen Kurhaus von Bad Schmiedeberg zur zentralen Endrunde. Viel Zeit, das schöne Ambiente zu genießen gab es allerdings nicht. Die Fahrt begann 6.30 Uhr in Hettstedt, stoppte aber bereits in Siersleben, wo Olli noch arglos im Bett schlummerte und wohl eher durch Zufall irgendwann wach geklingelt werden konnte. Weiter ging die Fahrt nach Halle zu Alexander, um schließlich nach zwei Stunden eiligen Fahrens im beschaulichen Kurort zu enden. Nun nahm die ersatzgestärkte Erste der Schachfreunde Hettstedt den wichtigen Kampf gegen Motor Zeitz auf. Für die starken Zeitzer ging es nur noch um eine schöne Partie Schach, für die Hettstedter hingegegen um den Klassenerhalt. Und endlich - nach einer sehr schweren Serie mit mehreren unglücklichen Niederlagen - lief dieser Wettkampf perfekt. Während sich diesmal Mannschaftleiter Dirk Michael am Spitzenbrett im überambitionierten Angriffsspiel verirrte und anschließend den Endspielkünsten von Altmeister Heinz Schultheis erlag - gewannen seine Mittelspieler souverän den Wettkampf. Kai Friedrich, Eberhard Kipka und Alexander Schmidt siegten in ihren Partien ebenso wie Nachrücker Enrico Kalliwoda. Dazu kam ein Remis von Hartmut Freier, wonach Hettstedt den Kampf knapp mit 4,5 : 3,5 gewann. Es zeigte sich, dass dies dringend nötig war, denn die Konkurrenten um den Klassenerhalt hatten ebenfalls gewonnen - im Falle einer Niederlage wäre Hettstedt tatsächlich abgestiegen ! Erfolgreichster Spieler der Serie war Dirk Michael mit 6 aus 9. 
In der Bezirksoberliga fügte sich Hettstedts Zweite kampflos in ihr Schicksal und sagte wegen Spielermangels das letzte Spiel gegen Ligaprimus Merseburg ab. Nach einer sehr schwierigen Saison steigt das Team ab.  
Den direkten Abstieg aus der Bezirksliga hat Hettstedts Dritte vermieden, allerdings wartet nun noch ein Relegationsspiel auf das Team. Im letzten Spiel gegen die SG Sennewitz gab es wieder das Standart-Ergebnis der Saison, nämlich eine tapfere Niederlage (3,5 : 4,5). Sie ergab sich aus dem Partiewinn von Reservespieler Hieu Tran Minh und den Remis von Detlef Friedrich, Franziska Becker, Henning Gröbel, Eric Heber und Manuela Graw. Bester Spieler der Serie ist Werner Schubert mit 5 aus 7. In der Relegation gegen Hergisdorf hat die Mannschaft nun die Chance, die Klasse zu halten. 
Direkt abgestiegen ist Hettstedt IV aus der Bezirksklasse. In der Schlußrunde unterlag man Hergisdorf mit 1 : 5. Remis erreichten Matthias Wernicke und Paul Kullmann. In der gleichen Liga gelang Hettstedt V der Klassenerhalt. Im letzten Spiel bezwang man Roland Weißenfels II mit 3,5 : 2,5 durch Siege von Raphael Voigt, Duc Tran Minh und Florian Manteuffel, sowie das Remis von Luca Zander am Spitzenbrett. Der vierte Platz ist ein großer Erfolg für das junge Team.

Die zu Ende gegangene Serie war begleitet von diversen kleinen Problemen und bescherte den Schachfreunden Hettstedt zwei Abstiege und eine Relegation. Bedenkt man aber die Erfolgsserie von fünf Aufstiegen in den zwei Jahren davor, wiegt diese kleine Korrektur sofort nicht mehr so schwer. Eine Verstärkung für die nächste Serie ist schon sicher und die Jugendspieler haben sich bereits in dieser Serie derart prächtig weiterentwickelt, dass dem Verein für die Zukunft nicht Bange sein muss.
(Update: Hergisdorf sagt das Relegationspiel ab, Klassenerhalt für Hettstedt III gesichert.)
 

   

Schulschachmeisterschaft - Ein Festival der hellen Köpfe

Wie vital das uralte Schachspiel auch heute noch sein kann, und wie gewaltig der Zuspruch, konnte man sehr augenscheinlich bei den Schulschach-Landes-Meisterschaften in Weißenfels erleben. Ein riesiges buntes Gewimmel aus schachbegeisterten Kindern und Jugendlichen, samt Trainern, Lehrern, Betreuern, Eltern und Großeltern belagerten die Räume und Flure der modernen "Berufsbildenen Schulen des Burgenlandkreises" - einem Austragungsort von palastähnlichen Dimensionen. Das anfängliche herzerfrischende Chaos der jungen Denksportler pulsierte dann aber recht schnell im vertrauten Rhythmus eines Schachturniers und jedes Kind fand seinen Turnierraum, seine Mannschaft, seinen Gegner, sein Brett. Ganz so still, wie bei einem Meisterturnier wurde es freilich nur selten, aber dies war hier kein Makel, sondern Grundierung. 
Nach einigen organisatorischen Verwirrungen in der Planung gab es im Vorfeld der Schulschachmeisterschaften eine gewisse Skepsis ob des reibungslosen Ablaufs. Doch Schulschach-Referent Frank Kister lieferte mit der erstmaligen Austragung des Schulschachfinales in seiner Heimatstadt sein Meisterstück, unterstützt durch ein ausgezeichnetes Team. Vorbildlich auch der Ansatz der Essensversorgung mit zwei Wahlessen und weiteren Angeboten. Nur hatte das Catering den gewaltigen Umfang der Aufgabe ein wenig unterschätzt und musste frühzeitig Schließen, weil  alles restlos aufgefuttert war. Schachspielen macht hungrig, Kinder betreuen ebenso. 
Die Schulschachmeisterschaft in Weißenfels wird den Hettstedter Kindern aber auch wegen ihrer eigenen - überraschend guten - Ergebnisse in angenehmer Erinnerung bleiben. Die Adam-Olearius-Schule Aschersleben wurde Schulschach-Landesmeister in der Wettkampfgruppe der Sekundarschulen. Raphael Voigt, Alexander Graw, Tom Schöbel und Peter Fischer sind allesamt Mitglieder im Hettstedter Schachverein, besuchen aber die Schule im Nachbarkreis.
Nicht zu rechnen war auch mit dem 3. Platz für das Humboldt-Gymnasium Hettstedt in der Wettkampfgruppe IV (5./ 6. Klassen). Hier spielten Hieu Tran Minh, Jason Reitmann, Erik Seidemann und Luca Buchmann. Hieu war in Top-Form an diesem Tag und gewann am Spitzenbrett alle seine Partien gegen prominente Gegnerschaft.
Ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielte auch das jüngste Team aus Hettstedt - und vielleicht sogar das jüngste der gesamten Meisterschaften. Die Evangelische Grundschule Hettstedt erkämpfte den 8.Platz in der Gruppe der Grundschulen. Paul Kühne, Felix Schneider und Erik Ecke besuchen die zweite Klasse, Max Wagenhaus die erste. Beachtlicher Weise blieb das Team in den fünf Runden unbesiegt. Vier Mal endete der Kampf 2 : 2 Unentschieden, einmal gelang ein Sieg von 3 : 1.
Im Gesamtblick auf diese ausgezeichnete Veranstaltung, könnte man vielleicht bedauern, dass in den höheren Altersklassen die Breite fehlt und fast nur noch jene Schulteams teilnehmen, die mit starken Spielern aus den Vereinen bestückt sind. Doch der große Ansturm im Grundschulbereich lässt hoffen, dass dies sich zukünftig wieder ändern könnte. 
Tabellen irgendwann hier irgendwo: https://lsj.schach-sachsen-anhalt.de/

Die Saison unseres Missvergnügens

In der aktuellen Punktspielserie sind die Aufstellungen der Schachfreunde Hettstedt permanent mit schicksalhaften oder selbsterzeugten Problemen belastet, oft schon lange bevor auf dem Brett die erste Figur gezogen ist. Auch diesmal fehlten in den Wettkämpfen wieder Spieler. Zwar gibt es im Verein eigentlich genug Spieler, doch während die aktuelle Turnierordnung diverse Tricks und Manipulationen möglich macht, verhindert sie das nachträgliche Eingliedern junger Talente, um z.B. wegziehende Jugendspieler oder erkrankte Senioren zu ersetzen.
So war in der LANDESLIGA das Hettstedter "Freilassen" des Spitzenbrettes mit Kalkül geschehen, um das beste aus der Lage zu machen. Denn der starke Topspieler von Gastgeber Granschütz, Alexander Kitze, hätte auch im Simultan eine realistische Chance gegen die bisher arg gebeutelten Schachfreunde gehabt - und konnte nun immerhin noch rechtzeitig für sein Fußballteam antreten. Mit nur sieben Hettstedtern gegen acht Granschützer ergab sich ein Minoritätsangriff im "Real-Life". Hettstedt hatte sogar noch das Glück des Tüchtigen und siegte 5 : 3. Die Glanzpartie des Tages gelang Kai Friedrich, der mit einem sehenswerten Opferreigen des Gegners König zur Strecke brachte. Es gewannen weiterhin Alexander Schmidt, Reinhold Steudner und Dirk Michael. Hartmut Freier und Falk Matiebe spielten remis. Trotz des schönen Sieges ist das Abstiegsgespenst noch nicht verscheucht.

In der BEZIRKSOBERLIGA  unterlag Hettstedts Zweite beim Klostermansfelder SC mit 3 : 5. Frank Kuberkiewicz und Oliver Krüger gewannen, Jens Reckner und Detlef Fredrich erreichten Remis. Das Team bleibt Letzter und hat diese Position sogar ein wenig ausgebaut. 

Ein sehr spannendes Duell entwickelte sich in der BEZIRKSLIGA gegen den VfB Lettin. Knapp und tapfer verlor Hettstedt 3 : 5. Den einzigen Partiegewinn markierte der zehnjährige Hieu Tran Minh. Remis gab es für Gunnar Dockhorn, Niklas Wernicke, Henning Gröbel und Werner Schubert. Die letzte Runde wird nun über den Klassenerhalt entscheiden.

Die vierte Mannschaft der Schachfreunde eroberte in der BEZIRSKLASSE den ersten Mannschaftspunkt im neuen Jahr durch ein 3 : 3 gegen Naumburg. Kerstin Witthuhn obsiegte, Paul Kullmann und Rüdiger Becherer spielten remis, und hinzu kam ein kampfloser Punkt durch Taylor Lehmann. Das Team bleibt am Tabellenende.
Die Fünfte in der gleichen Liga musste wegen Spielermangel ihr Spiel absagen, hat aber den Klassenerhalt bereits geschafft.

 

 

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