Ein epochales Duell . . . und betrübliche Ergebnisse

"Ein Tag, der morgens beginnt, kann nicht mehr gut werden." Ernest Hemingway

Rundweg alle Hettstedter Mannschaften haben an diesem Punktspiel-Sonntag verloren. Der Reigen begann mit der Vierten Mannschaft (Bezirksklasse), die schon Tage vorher ihr Punktspiel absagen musste und kampflos verlor. Die chronischen Besetzungsprobleme überlagerten sich mit Krankheitsfällen und so würde auf Hettstedter Seite eine wichtige Zutat für einen richtig guten Schach-Wettkampf fehlen - nämlich die Spieler. 

Im Heimspiel der ersten Mannschaft (Landesliga) fehlten dann zu Beginn sowohl zwei Hettstedter Spieler wegen Zugausfall, als auch alle Hettstedter Elektronik-Uhren (wegen "Munchkin"). Die Gäste vom SK Dessau hätten sich durchaus beschweren können, doch erduldeten sie das anfängliche Chaos mit freundlicher Gelassenheit und Verständnis. Und gewannen anschließend das Spiel mit leichter Hand (5 : 3). Partiegewinne für Hettstedt gelangen Reinhold Steudner und Falk Matiebe, Remis erreichten Kai Friedrich und Alexander Ziervogel. Das Team ist jetzt Achter von Zehn. Der Abgrund rückt näher . . .  

Der Zweiten der Schachfreunde Hettstedt (Bezirks-Oberliga) will in dieser Saison einfach nichts gelingen. Zu Gast in der Walbecker Klosterschänke war diesmal WSG Halle-Neustadt, die sich in einem weitgehend ausgeglichenen Duell mit 5 : 3 durchsetzen konnten. Frank Kuberkiewicz und Detlef Friedrich punkteten für Hettstedt. Remis erreichten Jens Reckner und Jürgen Kaschuba. Die Schachfreunde bleiben bleischwer versunken auf dem letzten Platz. Der obligatorische Blick zum geografischen Nachbarn Eintracht Quenstedt (zugleich einziger Tabellen-Nachbar) zeigt, dass dort zwar ebenfalls verloren wurde - aber mit nur sechs Spielern an den Brettern immerhin mehr Punkte gesammelt wurden (und zwar 3,5), als in Hettstedt mit deren acht. Auf dem Spielplan der Zweiten stehen jetzt nur noch die beiden stärksten Mannschaften der Liga.
Oh Schachgöttin Caissa, wir haben es ausdauernd mit Intelligenz und Schönheit versucht, aber nun brauchen wir dich !

Die Niederlage der Dritten Mannschaft (Bezirksliga) könnte man nun durchaus als den herausragenden Erfolg dieses Hettstedter Spieltages preisen. Beim starken Tabellenführer RT Halle unterlagen unsere jugendlichen Hoffnungsträger denkbar knapp und ehrenvoll mit 3,5 : 4,5. Eric Heber, Werner Schubert und Volker Reger gewannen, Niklas Wernicke spielte Remis. Hier keimt noch hellgrün die Hoffnung auf den Klassenerhalt, denn aktuell teilt man sich den letzten Platz mit nicht weniger als vier weiteren punktgleichen Teams.

Das Duell des Tages gab es aber in der Bezirksklasse, wo Hettstedts jüngste Mannschaft auf Sangerhausens Dritte traf. Dort saßen sich zwei Spieler mit beinah 80 Jahren Altersunterschied gegenüber: Die schwarzen Steine führte Werner Schauberg, der unverwüstliche Nestor des Sangerhäuser Schach-Vereins. Ihm gegenüber saß Ben Zander, 7 Jahre alt und seit einer Woche Landesmeister der Altersklasse U8 und erstmals im Männnerteam eingesetzt. Diese wahrlich epochale Begegnung endete Unentschieden. Den Wettkampf verloren die Hettstedter allerdings mit 2 : 4. Weitere Unentschieden erreichten Bens großer Bruder Luca Zander, sowie Raphael Voigt und Duc Tran Minh.