Sommerschach-Turnier auf Schloß Mansfeld

Gespeichert von c4 am Sa., 04.07.2020 - 23:37

Die Ausschreibung zum Schachsommer auf Schloß Mansfeld und TN-Liste auf www.kalliwoda.de

Die aktuellen Auflagen führen zu einem begrenzten Teilnehmerfeld. Die noch freien Plätze im Turnier sollen ab sofort jenen Schachfreunden vorbehalten sein, die Übernachtung auf dem Schloß nehmen wollen. Denn das Schloß stellt uns kostenfrei den schönen Gewölbe-Saal zu Verfügung - und dort sind die Plätze schon knapp.

Als besonderes Bonbon für die Jugend (und Junggebliebene) gibt es noch eine begrenzte Anzahl an Zeltstellplätzen, mitten in der Burgruine. Für 5 Euro je Nacht und Person. VP möglich. 


Auszug aus der Teilnehmerliste Schachsommer Schloß Mansfeld mit DWZ
(Liste auf auf www.kalliwoda.de)

Aaron Gröbel, SF Hettstedt, 2072
Elisa Reuter, Empor Erfurt, 1882
Marek Reuter, Empor Erfurt, 1601
Enrico Kalliwoda, SF Hettstedt, 1688
Joachim Solberg, Alta Schachklub, 2190
Ralf Mahnke, SC Nidderau,  1739
Marten Lischka, USV-Halle, 1524
Peter Schmidt, USV-Halle, 1218
Alexander Ziervogel, SF Hettstedt, 1848
Guido Wilske, SC Oranienburg, 1311
Rolf Wietschke, Wandlitz
Stefan Knappe, AE Magdeburg, 1148
Christian Westendorp, SK Holsterhausen, 1875
Marco Payes, SK Holsterhausen 1681
Kerstin Witthuhn, SF Hettstedt , 1087
Nico Seifert, Muldental Wilkau-Hasslau, 1440
Ronny Seifert, Glauchauer SC, 1786
Gustav Polzin, USV Halle, 1171
Jarno Scheffner, Nordhorn Blanke,  1974 
Rene Laschuit, Berolina-Mitte, 1712
Sebastian Haubold, Einheit Staßfurt, 1859
Christian Haubold, Einheit Staßfurt, 1790
Magnus Kuhlmann, Gräfenhainichen, 1427
Valentin Udelnov, SZ Magdeburg, 1674
Jakob Nönnig, SZ Magdeburg, 1504
David Serrer, TV Fischbek, 1527
FM Christoph Serrer, TV Fischbek, 2234
Anton Bangiev, SZ Bemerode, 1307
Katharina Bangiev, SZ Bemerode, 1318
Andreas Peschel, SG Solingen, 2146
Felix Schulte, USV Halle, 2145
Alexander Iziumschi, RT Halle, 1271 
Sylvia Bachmann, Einheit Staßfurt, 1516
Reinhold Steudner, SF Hettstedt, 1598
Anton Kageler, RT Halle, 1702
Rudolf Schuster, Stahl Blankenburg, 1565
Stefan Maltezeanu, Luxemburg

Gebrüder Zander erkämpfen Aufstieg - aktuell generell virtuell

Gespeichert von c4 am Mo., 29.06.2020 - 09:53

Der fünfte Spieltag der Schulschach-Bundesliga auf Lichess.org war für zwei Teams aus den Hettstedter Schulen überaus erfolgreich. Für die höhere Ebene qualifizierten sich das Humboldt-Gymnasium und die Grundschule Am Markt. Für die Markt-Grundschule sammelten sogar nur zwei Kinder (normale Mannschaftsstärke ist drei) die Punkte zum Aufstieg: Piero Heidenreich und Ben Zander. Ben erzielte dabei das beste Einzelergebnis der gesamten Staffel. Bester seiner Staffel wurde auch Bens Bruder Luca Zander in der Staffel der Gymnasien. Hier führten 9 Schüler für das Humboldt-Gymnasium ihre Figuren erfolgreich über den Monitor, für die Mannschaftswertung zählen am Ende aber die besten drei. Neben Luca gehörten diesmal Hieu Tran Minh und der erstmals teilnehmende Elias Rühmer zu den erfolgreichsten Hettstedter Spielern.        

Sicher ist ein Schachwettkampf auf einem Internet-Server nicht zu vergleichen mit dem klassischen Schach. Spaß machen kann es dennoch. Und vielleicht wird zukünftig die Bezeichnung "Klassisches Schach" nicht einfach nur zur Unterscheidung verwendet, sondern mit explizit wertschätzender Konnotation, als Ideal des königlichen Spiels, dessen Einzigartigkeit man erst durch die Entbehrung der Ausübung richtig zu schätzen lernte.
Einen wohlgeschätzten Vorteil haben die üblichen Nachmittags-Turniere im Internet immerhin: Man muss nicht am Sonntag in aller Frühe sein Bett verlassen, um durch Kälte und Dunkelheit an ein Schachbrett zu hasten. Genau genommen muss man sein Bett für ein Internet-Turnier überhaupt nicht verlassen . . .  
Orson Wells meinte einst launig: "Alle Dinge kommen zu dem, der im Sessel sitzen bleibt."

Und so freuen wir uns in der Schulschach-Bundesliga auf weitere Duelle mit Funnyjany01 oder voldemortv2. Und all den anderen lustigen Psychogrammen. 

Endlich wieder Bundesliga - Hettstedt startet mit Rakete und Motorrad

Gespeichert von c4 am So., 17.05.2020 - 18:50

Es gibt eine Deutsche Schachbundesliga, in der die eingeflogenen ausländischen Profis ihr Legionärshandwerk unter weitgehendem Ausschluss einheimischer Spieler ableisten. Sie ist hier in der Provinz kaum ein Thema und wird nur einmal im Jahr relevant - wenn wir deren Spieltage für die Erstellung des künftigen Terminplanes berücksichtigen wollen sollen müssen.

Fast ebenso unbemerkt ist jetzt eine ganz andere Art von Bundesliga aus dem Boden geschossen. Eine Schach-Bundesliga, in der die regionale Verankerung im deutschen Lande eine unabänderliche Voraussetzung für die Teilnahme darstellt. 
Die SCHULSCHACH-BUNDESLIGA !
Ausgetragen auf dem Open-Source-Server "Lichess.org", wo sich während des Corona-Cocooning ohnehin schon viele bekannte Schachspieler neu eingefunden haben - gleich einem edlen Indianerstamm um das letzte (kostenfrei) wärmende Feuer in kalter Winternacht. 

Durch Zufall erfuhr irgendwann auch der Hettstedter Trainer von dieser tollen Idee der Schulschach.Bundesliga, dem neuen  Mannschaftsturnier für Schul-Teams, und stemmte innerhalb weniger Tage drei Hettstedter Schulmannschaften aus dem Boden. Für alle Beteiligten war es ein neues Terrain, aber Turnierleiter Gavin Güldenpfennig aus Magdeburg war im Vorfeld immer geduldig mit Rat und Tat zur Stelle, wenn wieder Fragen auftauchten.  

Und dann waren tatsächlich am Sonntag-Nachmittag eine ordentliche Anzahl Kinder "online" auf Lichess - und es wurden zwei höchst spannende Stunden Schach. Für die Kinder war es das erste Internet-Schachturnier überhaupt - und sie schlugen sich überraschend gut. Erfolgreichster Spieler der Ev. Grundschule Martin Luther Hettstedt wurde Felix Schneider (Kampfname "MotorradF"), beste Rakete der GS "Am Markt Hettstedt" war Piero Heidenreich ("Pierocket") und für das "Humboldt Gymnasium Hettstedt" punktete Luca Zander am besten ("LucaHet"). Das Gymnasium wurde in der Einsteigergruppe heldenhaft Zweiter hinter der mit Riesenvorsprung siegenden Schillerschule Hannover.  In der Qualifikationsgruppe der Grundschulen wurde die Evangelische Grundschule Dritter und die GS Am Markt Fünfter. Hier siegte die Fürnberg-Schule Weimar vor der GS Sennewitz.

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass von diesen zwei Stunden Schulschach-Bundesliga mehr Impulse für unseren Verein ausgingen, als vom bundesdeutschen "Original" jemals. Hier durften ausschließlich die (kleinen) lokalen Helden spielen und diesen war zudem die Aufmerksamkeit der gesamten Familie vom Geschwister bis zur Oma sicher - und so manche Kaffeetafel wurde gesprengt.

Weiter geht der Spaß am 7.Juni !  
Einen herzlichen Dank an alle, die dieses schöne Projekt verwirklicht haben !   

  

   

Offener Brief an meinen Schach-Präsidenten

Gespeichert von c4 am Do., 14.05.2020 - 14:54

Lieber Andreas,
mit Erleichterung habe ich Deinen letzten Bericht (vom 13.05.) auf der Homepage gelesen !
Sachsen-Anhalt hat also den Anspruch, die Nach-Corona-Ära seiner Schachvereine mit eigenen Ideen zu gestalten und wird nicht sklavisch das nachvollziehen, was auf höchster Ebene für die Profi-Ligen irgendwann beschlossen werden wird. 
Gut zu sehen, das in S-A noch selbstständig gedacht wird !

Die Ligen einfach irgendwann zu Ende zu bringen, ist eine mögliche Lösung, die ich gut akzeptieren kann, die aber auch offensichtliche Nachteile hat. Diese Nachteile ergeben sich aus Problemen, die ohnehin auf dem Ligensystem lasten - und jetzt durch die Corona-Krise nochmal schärfer hervortreten werden. Die Krise ist mir Anlass, aber nicht Ursache, um einige Denkanstöße für die Zukunft zu geben. 

Wird denn wirklich alles wieder werden, wie vor "Corona" ? 
Nachdem ich die Ideensammlungen vom grundsätzlich lobenswerten "Zukunfts-Wochenende" des LSV durchsah, beschlich mich ein seltsames Gefühl. Bildlich gesprochen: Als würde es die oberste Vorgabe sein, einen verschlissenen alten Gebrauchtwagen detailverliebt zu Restaurieren, der vor 25 Jahren mal sehr gut funktioniert hat, aber zuletzt ständig Probleme machte. Für ein neues Modell war irgendwie so gar kein Platz in der Garage. 
Scheuen wir tatsächlich Konzepte, die nicht von gestern sind ? 

Zum konkreten Fortgang der Ligen :
Wenn wir die Ligen zu Ende spielen wollen, dann können diese Termine zwangsläufig erst zu einem jetzt noch unbekannten Zeitpunkt - kurzfristig - festgelegt werden. Speziell in Vereinen, für die es weder um Aufstieg noch um Abstieg geht, ist zumindest die leistungssportliche Motivation für diese Spiele entsprechend gering, was sich vermutlich in den Aufstellungen niederschlagen wird. Die Kurzfristigkeit wäre ebenso ein Problem für Vereine, deren Spieler von außerhalb kommen und denen deshalb nur bei langfristiger Planung eine Teilnahme möglich ist. Ich befürchte ausgedünnte Mannschaften und bizarre Spiele. 
(Nebenbei: Der Vorschlag eines einzigen Relegationstermins, bei dem die Aufstiegs-Willigen gegen die Abstiegs-Unwilligen direkte Duelle durchführen. siehe www.hettschach.de. ).

Allgemeine Überlegungen zu den Ligen:

1. Ausgangslage: 
Die deutlich erkennbare Entwicklung der letzten Dekade im Deutschen Schachbund ist, dass die Anzahl der Vereine kontinuierlich sinkt - während die Gesamt-Mitgliederzahl ungefähr konstant bliebt. Also ist der klare Trend, dass die einzelnen Schachvereine größer werden. 
Die Schachfreunde Hettstedt (Beispiel) sind einer der größten Vereine in S-A und wir haben alljährlich bei den Mannschaftsaufstellungen gewisse Probleme, die sich auch bei anderen Vereinen künftig einstellen dürften - oder die dort ebenfalls schon längst Alltag sind:
- Ein Teil der Mitglieder hat unsere Stadt längst verlassen, wohnt teils weit weg, bleibt aber unserem Schachverein treu. Nur Mannschaftskämpfe klappen recht selten.
- Ein anderer Teil sind Senioren. Hier sind Ausfälle durch Krankheiten häufiger, aber auch Ausfälle durch die Pflege erkrankter Ehepartner etc.
- Ein weiterer Teil sind Kinder und Jugendliche, deren Verfügbarkeit für Schachtermine nicht nur vom eigenen Interesse, sondern auch von den elterlichen Wochenendplänen abhängen. Und die Priorität und Verbindlichkeit des konkreten Schachtermins für die Familien hat sich in den letzten 20 Jahren leider ungünstig verändert.
- Die tatsächlich mit Abstand kleinste Gruppe sind die "Mittel-Alten", die weitgehend zuverlässige Mitspieler aus eigenem Willen sein können  

2. Gedanken zur jährlichen Mannschaftsaufstellung
Wen melde ich wo ? Melde ich den fertigen Studenten auf Jobsuche, der vielleicht weit weg Arbeit findet und eventuell erstmal gar nicht spielen wird ? Melde ich den sonst zuverlässigen Senioren, der zuletzt lange krank war und immer noch nicht gesund ist ? (Oder sage ich ihm: Tut mir leid, das wird wohl nichts mehr mit Dir und Du blockierst dann nur einen der 20 Melde-Plätze . . . )  Melde ich den Schüler, wo der Vater Arbeits-Pendler ist und an den Wochenenden seit 2 Jahren ein Haus in Dresden ausbaut ?  
Ich habe 20 Plätze je Mannschaft ! Ich weiß, dass mehr als die Hälfte meiner Leute objektiv nur wenige Spiele bestreiten können. Einige weitere vielleicht gar nicht, aber eben nur vielleicht. Und ich weiß vorher kaum etwas darüber, wie sich das verteilt. 
Ich versuche also irgendwie so aufzustellen, dass ich in der Besetzungsnot die Wahl habe entweder hinten frei zu lassen (was sportlich meist ein Wegschenken des Wettkampfs bedeutet), oder vorn frei zu lassen (was eine saftige "Strafgebühr ergibt). Tatsächlich ist es im Besetzungsnotfall (für die Moral der Spieler) manchmal besser, die sportliche Chance in der eigenen Partie zu wahren und vorn frei zu lassen, selbst dann, wenn das Mannschaftsergebnis unwichtig ist.  Zumal, wenn es keine verfügbaren Nachrücker mehr gibt. (Selbst wenn ich z.B. einen schwächeren Schüler in der Reserve gemeldet hätte, wäre ein einmaliger Einsatz ohne reale Chance noch "Förderung und Erfahrung sammeln", ein mehrmaliger aber "Verheizen und Demotivation". Mehrere Kinder abwechselnd einzusetzen zu können wäre wieder "Förderung und Erfahrung sammeln".
Aber ich darf ja insgesamt nur 20 Leute melden !  
Aber es wird noch paradoxer: Wenn ich aus einer Situation der objektiven Not durch fehlende Spieler nun eine taktische Aufstellung versuche, um das unvermeidliche Verschenken der Punkte ein wenig zu steuern - dann könnte mein Verein in den Verdacht halbseidener Manipulation geraten. 

3. Fazit
Nur dann, wenn ein Landesverband seinen Vereinen bei frei gelassenen Brettern grundsätzlich geplante Manipulation unterstellt - sind gigantische Strafgelder ein folgerichtiger Versuch zur Lösung des Problems. (Zum Vergleich: Die neu eingeführte DWZ-Schranke in den Ligen versucht mit einer durchdachten SPORTLICHEN Ergänzung eine Verbesserung zu erreichen.) 
Tragisch ist aber, dass beide Beschlüsse lediglich als einseitige Verschärfungen (Restriktionen) auf das bestehende System aufgepfropft sind. Es fehlt die Ausgewogenheit. Hätte man nicht sofort gleichzeitig versuchen müssen, den Handlungsspielraum der Vereine zu erhöhen, um ihnen die Flexibilität zu geben, Probleme wie z.B. frei gelassene Bretter bzw. Strafgelder zu vermeiden ?  
  
Denkbar ist vieles: 
Jugendförderndend wäre z.B., alle U18 Spieler nicht in das Kontingent der 20 Meldeplätze einzurechnen. 
Aber auch eine schlichte Erhöhung des Melde-Kontingents wäre eine Verbesserung. 
Oder ein ganz originelles Beispiel: Irgendwo in Deutschland meldet jeder Verein seine komplette Mitgliederliste als Rangliste für alle Ligen - und daraus werden für jedes Spiel die Aufstellungen geschöpft - unter Einhaltung dieser Rangfolge (ich habe vergessen, wo das so gemacht wird). 

Es gäbe so viel mehr Möglichkeiten zu erwägen. Möglichst jenseits der finanziellen Ausplünderung der Vereine bei Personalproblemen, welche zudem vom aktuellen Reglement gesetzmässig befördert werden.
Die oft beschworene "Zukunft" unseres Landesschachverbandes wird wohl auch durch noch so schlau ausgedachte Restriktionen nicht aus dem Status quo heraus zu pressen sein. Dafür braucht es frischere Ideen. Mit Sicherheit sind auch einige der (Liga-)Strukturen, in denen ich mich seit über 40 Jahren bewege, aktuell schon längst reif für die Ehrengalerie der Geschichte. 
Nur welche ? 

Viele Grüße
Dirk Michael  
 

König Chlodwig, Geheimnisse, und das Schachturnier auf Schloß Mansfeld

Gespeichert von c4 am Fr., 17.04.2020 - 10:23

Nach mühevoller Recherche ist sie nun offenbar - die direkte Verbindung von König Chlodwig I. (466 - 511) zu unserem Sommer-Schachturnier auf Schloß Mansfeld ! Es ist ein dünner, feiner Faden.

König Chlodwig I. war ein fränkischer Kleinkönig, der durch Krieg und Mord sein Reich und seinen Einfluss erheblich erweiterte. In den aktuellen Geschichtsbüchern der Kinder liest sich das wie eine erste europäische Vereinigung. Oder auch gern als Grundsteinlegung für die späteren Reiche Deutschland und Frankreich. Bezüglich Frankreich kann man das eventuell so konstruieren, bezüglich Deutschland stammt diese Sichtweise eventuell aus alten bundesdeutschen Lehrbüchern vor 1989. Denn das gesamte Gebiet des späteren Ostdeutschland hat Chlodwig nie erobert ! 
Dafür war er sehr eifrig und konsequent bei der brutalen Beseitigung von ehrgeizigen Verwandten, um für die Dynastie der Merowinger eine Bresche in die eigene Oberschicht zu schlagen. Da Chlodwig aber mit einer spektakulären Taufe zum christlichen Glauben konvertierte, wird er in der Christlichen Geschichtsschreibung hochverehrt. Kein Massenmörder, sondern festen Glaubens auf Missionszug für die heilige Sache.

Einen tatsächlich weitreichenden, kulturfördernden Aspekt hatte Chlodwigs Herrschaft allerdings, aber von dem liest man seltsamer Weise weder in den Schulbüchern, noch im Wikipedia-Artikel. Chlodwig I. führte ein allgemeines (Volks-)Recht in seinem Großreich ein: Die LEX SALICA.
Daraus leiteten nicht nur viele nachfolgende Herrscher ihren Anspruch ab. Die Lex Salica lieferte später sogar die Namensgrundlage für ein gewaltiges Herrschergeschlecht mit vier Kaisern: Die Dynastie der SALIER.

Und mit den salischen Herrschern eng verbunden waren die Grafen von MANSFELD. Hoyer von Mansfeld war z.B. der Feldmarschall von Heinrich dem Fünften, dem letzten Salier. Hoyer fiel unweit von Schloß Mansfeld, in der entscheidenden "Schlacht am Welfesholz" im Jahre 1115. Ohne den bisher unbesiegten Heerführer ging die Schlacht gegen ein Bündnis aufständischer sächsischer Fürsten verloren. Und die kaiserliche Allmacht wurde künftig durch eine kaiserliche Konsens-Politik mit den mächtigen Fürsten ersetzt.
Mit etwas gutem Willen betrachtet, geschah also der Anstoß auf dem Weg zum heutigen deutschen Förderalismus im Mansfelder Land. 
Die Grafen von Mansfeld spielten über mehrere Jahrhunderte in der deutschen (und europäischen) Geschichte noch eine bedeutende Rolle. Mit dem Tod von Hoyer VI. im Jahre 1540  endete ihre Geschichte.
Allein die spannende Geschichte der Salier und Mansfelder würde genügend Motive für mehrere Staffeln "Game of Thrones" bieten. 

Nächster historischer Höhepunkt auf dem romantischen Schloßberg in Mansfeld war dann das erste Schachturnier der Schachfreunde Hettstedt im Jahre 2005. Und mittlerweile gibt es jährlich zwei Turniere, je eines im Sommer und im Winter.

Sommerschachturnier auf Schloß Mansfeld 2020:  http://www.kalliwoda.de/mss/ausschreibung.html
Preisgünstig übernachten auf dem Schloß : https://www.schloss-mansfeld.de/preise-2020/
Auch Zelten ist möglich, im eigenen Zelt, an der Ruine von Schloß Hinterort (5 Euro je Person/Tag).
Und es gibt eine kostenfreie Führung durch Burg und Schloß Mansfeld (mit mir). 

Hier noch allgemeine und spezielle Empfehlungen zum Thema:

In der Mediathek des ZDF findet man eine interessante Doku: Die Welt im Jahre 500
Darin wird u.a. berichtet von König Chlodwig I., aber auch die Ursprünge des SCHACHSPIELS werden beleuchtet.
Sehr sehenswert ( . . . und die dumme Sache, Chlodwig mal wieder als Begründer Deutschlands zu feiern sei den Autoren verziehen).    
https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/zeitreise-die-welt-im-jahre-500-100.html

Der legendären SCHLACHT AM WELFESHOLZ im Jahre 1115 ist ein uralter Gedenkstein gewidmet. Dessen Platz bietet zugleich einen beeindruckenden Rundblick über das umliegende Land. Vor der Schlacht soll Hoyer hier angeblich noch seine berühmten Worte gesprochen haben:
"Hier steh ich, Hoyer, ungeboren,
Hab noch keine Schlacht verloren  . . . "
Wie es weitergeht, steht auf dem Stein - aber jeder in der Gegend weiß es ja ohnehin.
Man erreicht das (vermutete) Schlachtfeld samt Stein und Hain, indem man in Gerbstedt in Richtung Heiligenthal (Holy Valley) fährt, und direkt am Ortsausgang Gerbstedt rechts auf den Feldweg abbiegt.

Eine schöne Dokumentation zur Schachgeschichte - WM Kampf Bobby Fischer - mit vielen tollen Originalbildern findet man auf Youtube unter: "Le Roi est Mort - Der König ist tot"

Und für die leichte, aber nicht ganz jugendfreie Unterhaltung sei hier noch ein liebevoll gemachter Film empfohlen, in dem ein geheimnisvolles mittelalterliches Gemälde einer Schachpartie die Hauptrolle spielt. Der Film heißt "GEHEIMNISSE". Mit Kate Beckinsale. Für Nutzer von Amazon Prime ist der Film kostenfrei enthalten. 

Übrigens gibt es auch in der Schloßkirche auf SCHLOSS MANSFELD ein geheimnisvolles Altarbild, das kürzlich (mit ähnlichen Methoden wie in dem Film gezeigt) untersucht wurde. Dazu aber mehr im Sommer zum Schachturnier . . . 

Angemerkt sei auch noch dies:  Ein bedeutendes Reich, welches (aus Sicht eines Mansfelders) als früher geografischer Vorläufer des aktuellen "Deutschland" gelten könnte, regierte der König "Ludwig der Deutsche" ab dem Jahre 843. Es umfasste immerhin schon die Gebiete links der Elbe, also auch die spätere Grafschaft Mansfeld und damit die Region der SCHACHFREUNDE HETTSTEDT.    

Schachbezirk Halle - Wie langsam Auftauen ?

Gespeichert von c4 am Sa., 28.03.2020 - 16:33

Bis zum 20. April gelten alle aktuellen Einschränkungen, wir werden solange auch schachlich eingefroren bleiben. Der Hauptausschuss des LSV hatte schon am 16.März alle Schachveranstaltungen bis zum 19. April ausgesetzt und damit genau richtig gelegen.
Doch die Zeit nutzlos verstreichen zu lassen, um sich dann im Land irgendwann an den Entscheidungen für die bundesweiten Profi- und Semiprofi-Ligen zu orientieren ist nicht angezeigt. Zu unterschiedlich sind die Interessen und Bedingungen im Profibereich und jene unserer Amateurligen.  

Naheliegend ist, für unser künftiges Schachleben jetzt schon eine flexible Strategie zu bedenken.  

Völlig klar, dass vieles Ausgefallene und Vertagte nicht nachgeholt werden kann. Die Idee, sofort "so viel wie möglich" Schach-Restposten in die wenigen Wochen bis zum Sommer quetschen zu wollen, ist verlockend, aber nicht klug. Denn die Wochenenden nach Auftauen werden besonders kostbar sein und für viele Familien wird Schach erstmal keine Priorität haben können. Durch Jugendweihen, aufgeschobene Feiern etc. werden Spieler knapp sein - sowie auch Säle und Räume. . . . 

Planen können wir aber jetzt die nächste Saison, vielleicht mit etwas früherem Start für eventuelle Nachholetermine, so haben die Spieler und Vereine Planungssicherheit und genügend Vorlauf ! 

Dazu einige konkrete Gedanken: 

- Männerligen : 
Auf-und Abstiege könnten durch unseren gut bewährten Mediator Nico Markus ausgehandelt werden, anhand der aktuellen Tabellensituation. Mehrere Vereine haben ihre diesbezüglichen Absichten bereits deutlich erklärt.
Ist in einer Liga keine Einigung erzielbar und auf einen bestimmten Platz gibt es mehrere Anwärter, entscheiden zwei Relegationsspiele, durchgeführt im September vor der nächsten Spielserie. Modus: Der jeweils Tabellenerste (letzter Tabellenstand) spielt Relegation gegen den Tabellenletzten der höheren Liga. Der Tabellenzweite darf ein Relegationsspiel gegen den Vorletzten der höheren Liga spielen. Es gilt die Aufstellung der Serie 2019/20. 
Diese Relegation bedürfte nur eines relativ geringem zusätzlichem Organisationsaufwandes. Sie bietet ausreichend Planungsvorlauf für die Vereine. Leistungsgerechtigkeit ist gegeben.
(Ein erzwungenes Ausspielen der letzten zwei Runden unter Zeitdruck würde sich wohl in den Aufstellungen der an Auf-oder Abstieg nicht mehr beteiligten oder interessierten Vereine widerspiegeln, und sportliche Verzerrungen trotz beachtlichem Aufwand und vorhersehbarem Missmut ergeben.

2. Jugendligen:  
Einzig die U10 -Vorrunde (Bezirksliga U10) ist in der Verantwortung des Bezirkes. Für den einen noch offenen Termin finden wir eine Lösung. Ein U10-Finale im Herbst wäre terminlich noch denkbar. Hier ist die LSJ in der Verantwortung.  

3. Jugend/ Südharzcup/ Supercup:
Zwei Turniere (von 4) sind gespielt. Ein drittes als Serienabschluss sollte stattfinden, zu Beginn der nächsten Serie mit den "alten" AK. In Hettstedt oder Halle. Dort werden die Pokale der Gesamtwertung vergeben.
Der Supercup würde notgedrungen entfallen. 
Stattdessen könnte man dem LSV vorschlagen, die Schnellschach-Landesmeisterschaft der Männer mit einer Offenen U15 (U13/ U11/ U9 Schnellschachmeisterschaft der Schüler zu kombinieren. Für die Jugendvereine hätte das den Vorteil, bei ein und derselben Veranstaltung auch ihren älteren Jugendlichen ein Angebot machen zu können, nämlich das Männerturnier. 
Strategisch könnten künftig vielleicht intelligente Synergien zwischen Männer - und Jugendterminen helfen, die allgemeine Terminflut im Jugendkalender etwas zu entspannen - und beidseitige Vorteile bewirken.  

(Off-Topic: Lasst uns im Land Sachsen-Anhalt anders handeln als aktuell der Deutsche Schachbund ! Mit Fassungslosigkeit sehe ich dort, wie das Präsidium eine rechtliche, personelle, räumliche und menschliche Total-Abkopplung von der eigenen Schachjugend beschlossen hat und bereits aktiv betreibt - mit hysterischer Konsequenz, aber bisher abseits von einer größeren Schach-Öffentlichkeit. Handelt dieses DSB-Präsidium dabei im Interesse meines Landesverbandes ? Im Interesse der Zukunft des Deutschen Schachs ? Das frage ich mich.
Die wenigen Veröffentlichungen klingen seitens Schachjugend-Vorstand mit seinen Rücktrittsdrohungen nach verzweifelter Ohnmacht. Die des DSB nach überaus machtbewusstem Handeln, offiziell veranlasst und begründet durch starke persönliche Animositäten. "Er hat auf mein Förmchen gepullert !" Das mag im Sandkasten eine unversöhnliche Krise auslösen. Aber außerhalb davon, sollte bitte strategische Weitsicht das Handeln bestimmen, geleitet von Überlegungen und Argumenten die auch unter Erwachsenen hinreichend überzeugen können. Quo vadis, Deutscher Schachbund?) 

4. BEM Männer:Ein schönes Open wie die BEM wäre ein ideales Angebot zum "Auftauen". Denn ein offenes Angebot setzt niemanden unter persönlichen Druck und das Schachleben kommt ganz entspannt wieder in Gang. Das zuletzt geplante Spiellokal in Halle könnte durch Konkurrenz anderer Veranstaltungen weniger bedroht sein und kurzfristiger organisierbar?
Lösen sollten wir uns in diesen Zeiten von dem Gedanken, dass die BEM lediglich eine Quali-Veranstaltung für die LEM ist - und deshalb zeitlich vor der LEM stattfinden MUSS. In einer eventuell notwendigen Abwägung, ein schönes Turnier für 60 - 80 Schach-Enthusiasten entspannt durchzuführen - oder zeitlich einer Qualifikation für 2 (!!) Schachfreunde unterzuordnen, fiele es mir leicht die Prioritäten zu setzen. (Vielleicht eine etwas verkürzte Meisterschaft mit 3 Runden am Samstag und zwei am Sonntag ?)

Liebe Schachfreunde, Ihr bemerkt, dass ich die gesellschaftliche Wiederbelebung nach dem 20.April heute nicht wie eine Option, sondern wie ein Versprechen behandle. Ich glaube keinesfalls, dass Corona dann verschwunden ist. Aber ich bin sicher, dass wir mit dieser eingefrorenen Gesellschaft dann aus vielen Gründen nicht mehr leben können. Und zwangsläufig andere Methoden des Krisenmanagements entwickelt sein müssen und werden. 

Bleibt mir alle schön gesund !
Dirk Michael