Volles Haus in Hettstedt zum Start der Alpha-Serie 

Einen etwas überraschenden Ansturm erlebten die Schachfreunde Hettstedt zum Auftakturnier der Alpha-Serie für Kinder U12. Das gesamte historische - und nicht übermässig große - Gemäuer der "Klosterschänke" in Walbeck war auf beiden Etagen prall gefüllt mit den Teilnehmern der Alpha-Serie und der DWZ-Challenge U18. Für Eltern und Analysebretter wurde spontan der Hof als Freiluft-Areal erschlossen, zum Glück strahlte die Sonne den ganzen Tag verschwenderisch.
Der Termin war allerdings etwas unachtsam ausgewählt, denn einerseits fanden gleichzeitig in Magdeburg die Norddeutschen Vereinsmeisterschaften statt, und andererseits war es das Wochenende des Eisleber Wiesenmarktes, ein riesiges Volksfest, dessen Besuch für viele Familien der Region obligatorisch ist.  
Nach den drei Runden des ersten Turniers der Alpha-Serie hatten vier der 33 Teilnehmer alle drei Partien gewonnen: Erik Bartelheimer (Rochade Magdeburg), Wieland Märker, Carlo Patzschke (USV Halle) und Hendrik Erath (SG Sennewitz). Beste Hettstedter waren Felix Schneider und Erik Ecke mit 2 Punkten. 
Die Vereinswertung (= Summe der 4 punktbesten Spieler eines Vereins) gewann der USV Halle mit einem halben Punkt Vorsprung auf die SG Sennewitz. Ein erst mitten während der Siegerehrung festgestellter Fehler bei der Ergebnis-Erfassung führte dazu, dass die tapferen Jungs aus dem kleinen Dorf Sennewitz die bereits überreichten Goldmedaillen wieder hergeben mussten - an den USV Halle aus der benachbarten Großstadt. Goliath also diesmal doch noch knapp vor David . . .

Eine "Weltpremiere" gab es parallel zur Alpha-Serie. Erstmals wurde die bereits wohlbewährte Hettschach-DWZ-Challenge auch für die Altersklasse U18 durchgeführt. Der Modus gleicht den Turnieren der Alpha-Serie,  bietet ebenso wie diese ein Eintages-Turnier über 3 Runden mit DWZ-Auswertung, sowie den Ausschluß von Vereinspaarungen. Ausgespart bleibt bei den "Großen" eine zusammenfassende Wertung mehrerer Turniere und die Vereinswertung.     
Und da nach drei Runden systemimmanent auf den meisten Plätzen mehrere punktgleiche Spieler zu erwarten sind, verliert natürlich der konkrete Tabellenplatz als Zeugnis der erbrachten Leistung an Bedeutung.  Wichtiger ist die aktuelle Partie. Und natürlich die DWZ-Performance.  Zweifellos ist die eigene DWZ der - kleine oder große, zugegebene oder verleugnete - Fetisch der allermeisten Schachspieler. Besonders in der Jugend ist es spannend und motivierend das fröhliche Wachstum der eigenen DWZ zu verfolgen. (Da liegen sie noch weit in der Zukunft - jene Jahre, in denen die DWZ dann ausgewachsen ist und minimal schwankend im Status der "Hege und Pflege" verharrt.)
  
In der ersten Hettschach-DWZ- Challenge für die Altersklasse U18 mit 10 Teilnehmern gewannen Wenzel Natebus (USV Halle) und Simon Donath (SV Merseburg) alle drei Partien, Luca Buchmann (SF Hettstedt) derer zwei. Die vorläufige DWZ-Auswertung ergab für Wenzel ein Plus von 85, für Simon + 105 und für Luca +127. 
Die Kombination Alpha-Serie und DWZ-Challenge gibt es erneut am 19. Oktober in Hettstedt und am 16. November beim USV Halle.

Am 14.09. !! Endlich auch für U18 ! DWZ-Challenge in Hettstedt

HETTSCHACH U18 DWZ-CHALLENGE 2019 

Turnier:  Hettstedt am Samstag, 14.09.2019  

Spielort:     Hettstedt, OT Walbeck, Klosterstr.7 (gelbes Haus, grüne Läden)
Meldung:     Name/ Geburtsdatum/ Verein
        Bitte bis 12.09. an Turnierleiter Dirk Michael,
        c4dirk@gmail.com  / Fon:   0177 3847827
Modus:     - 3 Runden, Bedenkzeit 60 Min.+ 30 Sekunden pro Zug  
        - Notation, DWZ-Auswertung
Startgeld:    4 Euro je Teilnehmer
Zeitplan:     Anmeldung bis 9.00 Uhr, 1. Runde 9.15 Uhr
        Siegerehrung ca. 15.30 Uhr 

Startberechtigt: 
Vereinsspieler = Mitglieder des Deutschen Schachbundes der AK U18 (geb. 2002 oder später) 

Paarungsermittlung im  H E T T S C H A C H - S Y S T E M : 
- Rd. 1 wird gesetzt nach aktueller DWZ-Rangliste (Nr 1. Weiß gg. Nr. 2 usw. 
- Runden 2 und 3 per Auslosung im Schweizer System 
- Vereinsinterne Paarungen werden dabei in allen Runden ausgeschlossen, soweit dies mathematisch möglich ist
Pokal für den Sieger, Preise für alle Spieler mit 2 Punkten und mehr.
Das Turnier findet gemeinsam mit dem Turnier der Alpha-Serie für die AK U12 statt. 
   
 

Aktuelle Alpha-Serie U12 startet am 14.09. in Hettstedt

A L P H A - S E R I E  U12  Schachbezirk Halle 2019/20
Bezirks-Vereinspokal  U12 (geb. 2008 oder später)
                         
1. Turnier:  Hettstedt am Sa, 14.09.2019  

Spielort:       Hettstedt, OT Walbeck, Klosterstr.7 
Meldung:     Bitte bis 12.09. an Turnierleiter Dirk Michael,
                    c4dirk@gmail.com   / Fon:   0177 3847827
Modus:     - 3 Runden, Bedenkzeit 60 Min.+ 30 Sekunden pro Zug  
                - Notation, DWZ-Auswertung
Startgeld:    4 Euro je Teilnehmer
Zeitplan:     Anmeldung bis 9.00 Uhr, 1. Runde 9.15 Uhr, Siegerehrung ca. 15.30 Uhr 

Teilnahmeberechtigung ( Herzlich eingeladen sind ) : 
1. Alle U12-Mitglieder des Deutschen Schachbundes (geb. 2008 oder später) aus Vereinen des Schachbezirkes Halle 
2. Alle Kinder U12 außerhalb des Schachbezirkes Halle, wenn sie bereits im Besitz einer DWZ sind - die Höhe der Zahl ist egal
3. Beliebig viele Spieler jedes Vereiins, unter Beachtung von 1. und 2.

Paarungsermittlung im  H E T T S C H A C H - S Y S T E M : 
- Rd. 1 wird gesetzt nach aktueller DWZ-Rangliste (Nr 1. Weiß gg. Nr. 2 usw. 
- Runden 2 und 3 per Auslosung im Schweizer System 
- Vereinsinterne Paarungen werden dabei in allen Runden ausgeschlossen, soweit dies mathematisch möglich ist

Vereinswertung nur für Vereine aus dem Schachbezirk Halle:
- Die Punkte der vier erfolgreichsten Spieler des Vereins werden addiert 
- Bei Punktgleicheit entscheidet 1.Buchholzwertung, 2. Anzahl Siegpartien
- Medaillen für die Vereinswertung, Einzelpreise nach Punkteliste
- Pokalsieger ist der Verein mit der besten Wertung aller drei Turniere

Die weiteren Turniere der Alpha-Serie 2019 : 19.10. Hettstedt / 16.11. Halle

Landesjugendspiele in Halle

In Halle wurden am 29.06.2019 im Rahmen der Landesjugendspiele die Landesschnellschachmeistschaften (Supercup) und eine DWZ-Challenge ausgespielt.
Die Ergebnisse gibt es hier.

Detlef Friedrich

Bezirksschachtag Halle: Expandierende Schrumpfung

Eindrücke von Dirk Michael

Eine wahre Flut von 17 Anträgen war abgearbeitet, als sich die Delegierten der Vereine des Schachbezirkes Halle nach 6-stündigem sonntäglichem Sitzungsmarathon voneinander verabschiedeten.

Manche Anträge waren nur einfache Anpassungen von Formulierungen. Ein Eil-Antrag von Spielleiter Nico Markus brachte die Knallgasprobe, beinhaltete er doch eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Und durchaus rasch und flüssig wurde er zugelassen und dann angenommen. So wird nun ab der Serie 2020/2021 in der Bezirksliga nur noch mit 6 Brettern gespielt ! Nachdem die Reduktion zuletzt schon für die Bezirksklasse beschlossen und erprobt wurde, waren frei gelassene Bretter, Spielabsagen und Aufstiegsverzichte leider weiterhin permanente Probleme. Durch zusätzliche "Gesundschrumpfung" soll das Ligensystem seine Schwachstellen verlieren. Zweischneidig, mutig, voreilig - alles ist möglich !? Hettstedt stimmte jedenfalls für Nicos Antrag. 

(Das ist einerseits ein trauriger Rückbau - aber der Versuch dieser "strukturellen Anpassung" im Bezirk scheint allemal kreativer und lösungsorientierter, als die auf Landesebene beschlossenen gigantischen Strafgelder für unbesetzte Bretter. So werden die allgegenwärtigen Probleme mal einfach höher "besteuert", was von den geplagten Vereinen eher als ein Foul denn als Freistoß empfunden werden könnte. Es sind 75 Euro Obolus fürs Offenlassen von Brett 1 oder 2 - oder 150 Euro für beide. Da kann man den Spitzenspielern der Landes-Teams nur eine gute und stabile Gesundheit wünschen ! Wird weiter hinten ein Brett frei gelassen, gibt es aber einen Strafgeld-Rabatt - vielleicht weil dort das schachliche Niveau eben auch niedriger ist oder weil die unbeschwerten Gemüter hinter den Spitzenbrettern einen geschenkten Punkt einfach moralisch besser verkraften ?
Und die goldene Zukunft unseres Landesverbandes scheint mir jetzt zum Greifen nahe, speziell wenn wir richtig fette Strafgebühren endlich auch noch nehmen für Abmeldungen, Vereinsauflösungen, Aufstiegsverweigerungen, freiwillige Rückzüge, überalterte Vereine, fehlende Funktionäre, fehlende Jugendtrainer etc. - und prompt sind jegliche Probleme im Land intelligent gelöst ! Achtung, Satire.)

Beschlossen für den Bezirk wurde weiterhin, die DWZ-Bremse (300 Punkte) von der Landesebene identisch zu übernehmen. Das gilt schon für die aktuell bevorstehende Serie - also aufgepasst bei den Aufstellungen. Und ab 2020/21 wird in der Bezirksoberliga mit Inkrement gespielt.

Mein eigener Antrag (Erleichterte Nachmelde-Regelung für Kindern- und Jugendliche) kam leider erst ganz zum Schluss zur Verhandlung, als viele schon in Aufbruchsstimmung waren. Die Ablehnung fiel - bei vielen Enthaltungen - recht knapp aus. Sehr anständig fand ich es, dass einige Vereine ohne Jugendliche sich hier enthielten. Andere ohne eigene Jugendarbeit haben dagegen gestimmt. Sie selbst hätten ja auch keinerlei Vorteil aus diesem Antrag zur Jugendförderung - also verhinderten sie vorsorglich vermutete Vorteile für andere. Wer schon weiß, dass er ohnehin niemals Jugendarbeit haben wird, kann da ungeniert destruktiv sein. Aber eben diese Vereine sind meist schon überaltert, und werden sich irgendwann auflösen müssen. Und dann gehen die übrigen Leute zu Vereinen mit Jugendarbeit - ganz einfach deshalb, weil es tendenziell nur Vereine mit Jugendanteil sind, die dann noch existieren werden. Diese Entwicklung ist bereits Realität. Deshalb könnten die Chancen für den (überarbeiteten) Antrag beim nächsten Mal vielleicht schon ein wenig besser sein. . . 

Grundsätzlich war der Bezirksschachtag aber von Sachlichkeit und Konstruktivität geprägt. Die Vereine hatten ihre besten Kräfte entsandt, bei denen Nicos konsens-orientierte Problembearbeitung auf fruchtbaren Boden fiel und die unseren Schachbezirk Halle seriös voranbringen wollen.



 

 

   
    

 

 

Schachsommer auf Schloß Mansfeld 04.07. bis 07.07.

Ein Schachturnier im Grünen - im historischen Schloß Mansfeld , wo Spiellokal+Verpflegung+Übernachtung unter einem Dach vereint sind.
7 Rd. mit klassischer Bedenkzeit, DWZ, ELO, 1. PL.400,-, Sonderpreise, SG 40 / 25 / 15

http://www.kalliwoda.de/mss/ausschreibung.html

(Zum ermäßigten Gruppenpreis: http://www.schloss-mansfeld.de/angebote/preise/
Zelten ist dort auch möglich für 5,- pro Person und Tag ) 

Es gibt ein Burgcafe´ mit Freisitz unter uralten Bäumen, Volleyball, Tischtennis, Gratis-Führung zur Geschichte von Schloß Mansfeld, die Stadt zu Füßen des Burgberges ist voll mit der Geschichte Martin Luthers, ein Freibad und der Harz sind nur einen Katzensprung entfernt . . . 
Unser Schachsommer auf Schloß Mansfeld - Entspannte Atmosphäre im historischen Ambiente.

 

Hettstedt, Aschersleben, Osnabrück - Unsere Deutschen Schulschach-Meisterschaften

Ein Bericht von Manuela Graw

Die Deutsche Schulschachmeisterschaft WK HR in Osnabrück vom 24.bis 27.05.2019 war ein großartiges Erlebnis für vier Schüler der Schachfreunde Hettstedt. Raphael Voigt, Alexander Graw, Tom Schöbel und Peter-Matthias Fischer eroberten für ihre "Adam-Olearius-Schule Aschersleben" den Landesmeistertitel in Sachsen-Anhalt und qualifizierten sich so erstmals für das Abenteuer einer Deutschen Meisterschaft.

Der diesjährige Ausrichter, der Hagener Schachverein, hatte seinen Gästen eine überaus gelungene Veranstaltung organisiert. Jeder Teilnehmer und jede Begleitperson erhielt seine persönliche Schachtasse mit Namen und jede Mannschaft bekam einen Pokal und Urkunden. Das Rahmenprogramm war vielschichtig: Ob Altstadtführung, Kinobesuch, Queenmusical, Museumsbesuch, Simultanschach mit IM Christian Richter, Schwimmbadbesuch, Grillabend oder Werwolf in großer Runde - da fand sich für jeden etwas. Untergebracht waren die Kinder und Jugendlichen in der Jugendherberge Osnabrück. Das Spiellokal befand sich ca. 6 min Fußweg entfernt, durch idyllisch grüne Natur, direkt am Zoo. Es war also immer für reichlich frische Luft gesorgt und niemand hat seinen Einsatz verpasst, denn in der Mittagspause ging es wieder zurück zur Jugendherberge.

Das Turnier ging über 9 Runden. Mit 2 Siegen und 4 Remisen, und Platz 17 von insgesamt 24 Mannschaften schlugen sich die vier Hettstedter Schachcracks mit Aschersleber Schulstandort sehr achtbar. Der Abstand zum Deutschen Meister, der Max-Planck-Realschule Bad Krozingen, war zwar deutlich, aber eine noch bessere Platzierung wäre bei einem so engen Mittelfeld durchaus möglich gewesen. Vor allem in der zweiten und dritten Runde fehlte den hochmotivierten Jungs noch die Finesse, um die guten Chancen zu nutzen. Zwei weitere Mannschaftspunkte hätten das Team sofort in den Bereich von Platz 5-9 katapultiert. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht im Jahr 2020 !?

Unser kleines Turnier, in Hettstedt/ OT Walbeck 14.-16.06.2019

Auch in diesem Jahr ist sie wieder "offen", die Vereinsmeisterschaft der Schachfreunde Hettstedt. 5 Runden, DWZ, Kinder- und Jugendpreise.
Info und Anmeldung: http://www.kalliwoda.de/ovem/ausschreibung.html 
 

Wenn dein Pferd tot ist, steig ab !

Persönlicher Rückblick auf die Jugendversammlung im Mai
von Dirk Michael

Nach etwa zwei Jahrzehnten (mit kurzer Pause) verlasse ich den Vorstand der LSJ, wo ich schon viefältig, zuletzt im Ressort Breitenschach, Verantwortung übernehmen durfte. In der Gesamtheit war es eine schöne Zeit, die damals mit einigen hoffnungsvollen Reformen begann und immer wieder ein kreatives Ringen um Ideen erbrachte. Unvergesslich bleibt mir z.B. auch eine Vorstandssitzung in meinem Garten, auf der grünen Wiese neben dem Grill. Vielen Dank an alle Mitstreiter und Wegbegleiter ! 
Diesen guten Geist fand ich in den letzten Jahren leider immer seltener, stattdessen mangelte es chronisch an Kommunikation, Innovation, Pragmatismus und vor allem an jener Harmonie, die auch einen sachlich harten Disput mit einem brauchbaren Ergebnis enden lässt.
Prägendes Merkmal war nun eher, dass frisch gewonnene Vorstandsmitglieder, die eigentlich zu großen Hoffnungen Anlass boten, schon nach kurzer Zeit auf eine weitere Zusammenarbeit verzichteten. 

Im Gegensatz zu anderen Vorstandsmitgliedern konnte ich vorher im Rechenschaftsbericht keinen Abschied aus dem LSJ-Vorstand erklären. Denn ich war nicht nur bereit, erneut zu kandidieren, sondern auch die zusätzliche Arbeit, die sich aus meinen Anträgen ergeben konnte anzugehen. Diese Anträge sollten ein kleines Stück Programm für die Zukunft der LSJ sein und auch die Anträge anderer Vorstandsmitglieder passten ins Bild und hatten meine volle Unterstützung. Die Versammlung war hier im doppelten Sinne als Prüfstein gedacht, eventuell auch für meinen Verbleib im Vorstand. Ursprünglich war es mein Anliegen, einige interessante Projekte der LSJ in jedem Fall weiterzuführen. Diesen Plan muss ich nun im Rückblick auf die Versammlung wohlbegründet aufgeben, samt dem Amt.
Denn für meine Ideen zur Weiterentwicklung der LSJ wurde das Treffen zu einem erstaunlichen Fiasko.  
 
Nun bin ich mit deutlich über 50 Jahren ganz sicher nicht mehr der jüngste Trieb am Baum der Landes-Schachjugend gewesen, aber im Altersschnitt  d i e s e r  "Jugendversammlung" durfte ich mich tatsächlich nochmal als Junior fühlen, als junger Randalierer. 

Anträge gab es ausschließlich (!) vom Vorstand. Und die Oldie-Runde lehnte glattweg fast alle Anträge ab, die über redaktionelle Änderungen hinausgingen ! Auch Vorstandsmitglieder votierten eifrig für den Stillstand. Winziger Schritt in die von mir erhoffte Richtung war die Annahme des Antrags von Detlef zum LEM-Masters-Open-Dingsbums U16/U18, natürlich nur denkbar knapp. Inhaltlich vielleicht noch nicht perfekte Lösung, aber eine sehr deutliche Verbesserung.
Martin wurde durch Ablehnung seiner Anträge vom Gestalter seines Ressorts - zum Verwalter eines kräftig angestaubten Status quo degradiert. Aber erst nach haarspalterischen Diskussionen mit Delegierten um seine Anträge, bei denen ihn der Vorstand weitgehend hängen lies. Und seine Vorschläge waren nicht etwa revolutionär.
Bitter und irrsinnig fand ich z.B. die Entscheidung, die Qualifikation U10 (8 und 9-jährige Kinder!) im Mai zu spielen, für ein Finale Ende Dezember (DVM U10). Die Quali gehört zeitnah in den Herbst - egal in welchem Austragungsmodus. Rätselhaft, wie erfahrene Trainer für ihre kleinen Kinder etwas anderes entscheiden konnten.
Mein abgelehnter Antrag zur Umbenennung eines Vorstandamtes (Verbandsentwicklung) war inhaltlich unbedeutend, aber Gegenreden und klare Ablehnung hatten große Symbolkraft.
Verbandsentwicklung ?? Nicht mit uns ! 

Dass eine U20-Meisterschaft als Wochenend-Turnier (mein Antrag) ein höchstumstrittenes Projekt werden würde, war mir natürlich vorher klar. Die Diskussion verlief jedoch einseitiger als erwartet. Für mich völlig überraschend, wurde dabei auch die LMM U14, die aus meiner Sicht als Modell für die U20 taugen sollte, kräftig in ihrem Wert angezweifelt und herabgewürdigt - wogegen auch niemand im Vorstand Einspruch erhob. Im Gegenteil - die vorgeschlagene Übertragung dieser Idee auf die U20 wurde im Vorstand als "schädlich für den Landesverband" gegeißelt. Womit indirekt die bisherige Meisterschaft U20 mit konstant 2 bis 4 Teams als äußert nutzbringendes Ideal gelten darf. Die Abstimmung bestätigt diese Anschauung.
 
Nun ist es kein Geheimnis, dass die LMM U14 immer schon mein echtes Herzensprojekt gewesen ist, und deren Erfolg sollte auch eine der Türen in die Zukunft sein. Ich sah immer auch den Modellcharakter der Veranstaltung auf Schloß Heldrungen und konnte zeigen, dass es bei entsprechender Organisation möglich ist, sehr vielen Kindern eine tolle Veranstaltung zu bieten. Ich bin überaus stolz auf 22 teilnehmende Mannschaften. Die letzten U14-Mannschafts Meisterschaften waren mit Riesen-Abstand die größten im Land. Jetzt hat sich leider erwiesen: Ich stehe mit dieser Ansicht (fast) völlig allein da. Ich organisierte mit viel Aufwand eine prallvolle Meisterschaft, deren Erfolg in meinem Bundesland im günstigsten Falle zu absurden Relativierungen Anlass gibt, aber keinesfalls als Wegweiser für die Zukunft eines lebendigen Schachverbandes gesehen wird. Ich bin nach Jahrzehnten als Funktionär bestimmt nicht leicht zu erschüttern, aber hier folge ich der alten Indianer-Weisheit: 
WENN DEIN PFERD TOT IST, STEIG AB 

Ich hoffe auf Verständnis, dass ich nach den jüngsten Verwerfungen in der LSJ mein Engagement für die LMM U14 beende. Die nächste Meisterschaft ist für März 2020 geplant, also genug Vorlauf für meinen Nachfolger.

Ähnlich verhält es sich mit den Landesjugendspielen in Halle. Ich bin nicht mehr im Vorstandsamt und nach dem Verlauf der Jugendversammlung halte ich mich momentan nicht für den Richtigen, im Auftrag der LSJ zu einem erfolgreichen Turnier zu rufen. Und, ehrlicherweise hinzugefügt, bin ich für eine Zusammenarbeit mit der LSJ derzeit auch alles andere als motiviert. Der aktuelle Planungsstand liegt meinem Mitorganisator Florian Heyder komplett vor, eine Ausschreibung habe ich bereits erstellt. Sie muss ggf. nur noch um die objektbezogenen Daten ergänzt werden. 

Etwas unglücklich bin ich, dass ich mit dem Rückzug aus diesen Projekten mit Florian und Martin genau jene Schachfreunde ein wenig allein lasse, mit denen mich bis zuletzt eine gute Zusammenarbeit verband. Sorry, Jungs.  
 
Mein Wunsch für die zukünftige Arbeit der LSJ wäre ein schönes Schulschach-Landesfinale, wie wir es 2019 hatten. Als "Möchtegern-Verbandsentwickler" sehe ich das Schulschach in seiner Gesamtheit als unseren wichtigsten Nährboden für künftige Generationen von Schachspielern und das Landesfinale ist dafür prägnantes Symbol. Schulschach liegt jetzt neu in den Händen von Thomas Bundrock, und ist damit sogar "Chefsache" (Alles Gute !)
Dies ist wohlweislich meine einzige Erwartung . . . 
Uns allen wünsche ich viel Freude beim Schach !
Dirk Michael

P.S. Schach ist vielfältig. Natürlich bleibe ich Schachtrainer und -Organisator. Mit etwas mehr Zeit für die großartigen Kinder im eigenen Verein.
Und ohne Zweifel muss eine LSJ, die lediglich als bräsige Konserve des "Vorgestern" existiert, irgendwann das Haltbarkeitsdatum überschreiten . . .     

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