Ein Punktspieltag ist kein Ponyhof

In der letzten Serie hätten die Schachfreunde Hettstedt einen frei gewordenen Platz in der Bezirksliga besetzen können, als "technisches" Nachrücken, nicht durch sportlichen Aufstieg. Diesen verlockenden Kelch schnell weiter zu reichen, erwies sich schon im ersten Punktspiel der Serie als richtige Entscheidung. (Am Ende wollte kein einziger Verein den geschenkten Aufstieg annehmen und die Bezirksliga spielt deshalb aktuell nur mit 9 Mannschaften.) An unserem ersten Punktspieltag fehlten uns nun wichtige Kräfte aus individuellen Gründen, die von Weiterbildung bis Weltreise reichten. Und genau am Nachmittag vor den Spiel kamen noch zwei Krankmeldungen hinzu. Eine verzwickte Situation, aus der keine Genie-Funken zu schlagen sein würden.

Immerhin war Karl Jacob - nach einem Jahr in Neuseeland und anschließendem Umzug nach München - seinen Hettstedter Schachfreunden zu Hilfe geeilt, erzielte tatsächlich in souveräner Weise den ersten Partiegewinn in der neuen Serie - und entschwand wieder in Richtung Süden. Das Landesliga-Duell bei Grün-Weiß Granschütz ergab schließlich ein verdientes 4 : 4 und Hettstedt freute sich über den ersten Mannschaftspunkt. Ihre Partien gewannen ebenfalls Alexander Schmidt und Reinhold Steudner. Remis spielten "Kalle" und "Recke" (Enrico Kalliwoda und Jens Reckner).

Alle drei weiteren Mannschaften blieben zu Hause, in der Walbecker Klosterschänke. Hettstedts Zweite empfing in der Bezirksoberliga die starke Zweite vom SV Sangerhausen und verbuchte eine 3 : 5 Niederlage, welche als ehrenvolles Ergebnis gelten darf. Remis erreichten Frank Kuberkiewicz, Roland Wagner, Jens Flieger und Jürgen Kaschuba. Den einzigen Partiegewinn für die Schachfreunde erzielte Neuzugang Jannes Witter. 

Nach objektiver Betrachtung der beiderseitigen Aufstellungen vor dem Bezirksligaspiel gegen Romonta Amsdorf hätte man einen ungefähr ausgeglichener Kampf vermuten können. Doch diesmal lief für Hettstedts Dritte einfach nichts zusammen - bei der Niederlage von 2,5 : 5,5.  Niklas Wernicke eroberte den Ehrenpunkt für seine Mannschaft, hinzu kamen halbe Punkte von Gunnar Dockhorn, Franziska Becker und Dominik Becker. In dem nunmit eröffneten Kampf um den Klassenerhalt ist das Team bereits aus den Vorjahren gestählt.

Im Bezirksklassespiel gegen Hettstedt IV hatten die Gäste aus Sangerhausen wohl ebenfalls einige Besetzungsprobleme, was Einsatzmöglichkeiten für die Sangerhäuser Jugendspieler und Chancen für die Hettstedter Notbesetzung ergab. Tatsächlich gewannen die Schachfreunde schließlich mit 4 : 2 durch Siege von Volker Reger, Matthias Wernicke, Taylor Lehmann und Kerstin Witthuhn. 

Die Gesamtbilanz des ersten Punktspieltages der vier Hettstedter Mannschaften bleibt mit einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen völlig im üblichen Rahmen des Kummers - wiedermal kein Ponyhof, aber auch kein Waterloo.