Dritter Spieltag der Ligen - Verkehrte Welt

Nach fünf Aufstiegen in den letzten zwei Jahren haben sich die Schachfreunde Hettstedt sehr erfolgreich im Ligensystem ausgebreitet. War die Expansion eine uneingeschränkt freudvolle Angelegenheit, erweist sich die Konsolidierung der Errungenschaften als ein hartes, trockenes Geschäft.  Die Spieler-Decke ist aktuell recht dünn, so dass immer irgend jemandes Mannschaft über kalte Füße klagen muss.

Einen wahrlich paradoxen Verlauf nahm das Landesliga-Spiel gegen USV III in Walbeck. Die Hallenser hatten 5 Bretter mit sehr jungen (Kader-)Spielern besetzt - entzückende kleine Mädchen, deren leichtfertige Unterschätzung möglicherweise zum evolutionären Code eines soliden Schachspielers gehört.
Der erste Punkt ging allerdings an Hettstedt in Gestalt eines schnellen "Lucky Punch" des erstmals (und ein wenig aus Not) so hoch eingesetzen Hettstedter Jugendspielers Oliver Krüger, der bereits im Bauernminus stand, aber die Chance zum Grundlinienmatt offeriert bekam. Doch nicht viel später eroberte die Hallenser Kinderschar plötzlich mehrere hoffnungsvolle Positionen der Hettstedter und vier Partien gingen en suite verloren.
Als dann Falk Matiebe den Siegzug verpasste und sich mit Remis begnügen musste, stand der Matchgewinn des USV bereits fest. Ein Partiegewinn von Dirk Michael und das Remis von Kai Friedrich milderten die Hettstedter Tragödie noch auf ein 3 : 5 ab.

Zum Kellerduell der Bezirksoberliga empfing Hettstedt II in Walbeck den Traditionsverein aus dem Nachbardorf: Eintracht Quenstedt. Die Eintracht hatte ebensolche Besetzungsprobleme wie die Gastgeber - Quenstedt ließ Brett 1 unbesetzt, Hettstedt Brett 2. So wurde die Begegnung an nur sechs Brettern ausgefochten. Im langen Kampf behielt Hettstedt knapp und glücklich die Oberhand und siegte mit 4,5 : 3,5. Für Hettstedt gewannen Frank Kuberkiewicz, Detlef Friedrich und Gerhard Riemer. Jens Reckner spielte remis. Für Hettstedts Zweite ist es der erste Punktgewinn der Saison und ein Hoffnungsstrahl in Richtung Klassenerhalt.

Auch in der Bezirksliga werkeln die Schachfreunde am Tabellenende umher. Aufsteiger Hettstedt III kam trotz recht guter Besetzung vom bisherigen Schlusslicht Reideburger SV ohne Punktgewinn nach Hause. Manchmal soll es einfach nicht sein. Franziska Becker, Henning Gröbel und Werner Schubert gewannen ihre Partien, Eric Heber erreichte Remis. Endergebnis 4,5 : 3,5 für Reideburg, die nun Vorletzter sind, Hettstedt ist Letzter.

Die zwei Hettstedter Teams in der Bezirksklasse punkten offenbar nach antagonistischem Muster. Hettstedt IV, bisher zwei Mal verloren, gewann gegen Motor Zeitz mit 3,5 : 2,5 durch Punkte von Alexander Graw, Kerstin Witthuhn und Matthias Wernicke, sowie das Remis von Andreas Graw. Hettstedts Fünfte, bisher zwei Mal siegreich, unterlag bei PTSV Halle mit 2,5 : 3,5. Im ausschließlich mit Jugendspielern besetzten Team gewann diesmal als Einziger (und zum dritten Mal in Folge) Jannek Worlitschek. Remis erreichten Hieu Tran Minh, Volker Reger und Luca Zander. 
dm