Ein Grand mit allen Vieren - Schachfreunde Hettstedt im Turbo-Modus

Alle vier höherklassigen Teams der Schachfreunde Hettstedt blieben in ihren aktuellen Punktspiel-Duellen siegreich! In der Landesliga wurden die Gäste aus Zeitz von der absolut besten Besetzung der Hettstedter empfangen. Eine solche Aufstellungs-Sternstunde gab es mindestens zehn Jahre nicht, denn eine ganze Reihe der starken Spieler wohnen mittlerweile weit verstreut. Doch sie halten ihren Schachfreunden in Hettstedt die Treue und verbinden möglichst die gelegentlichen Heimatbesuche mit einem Schachpunktspiel. Nur sehr selten sind aber alle gleichzeitig versammelt. 
Und tatsächlich wurden die ebenfalls in Top-Besetzung angereisten Gäste von Motor Zeitz mit 6 : 2 ungefährdet bezwungen. Die weiteste Anreise hatte Volker Brundisch, der im südwestfälischen Siegen wohnt. Am Spitzenbrett verschanzte er sich, die schwarzen Steine führend, unter Einsatz der als sehr sicher geltenden Stonewall-Variante - und nahm später das Remisangebot seines Gegners an. Unentschieden endeten auch die Partien von Alexander Ziervogel, Karl Jacob und Reinhold Steudner. Hettstedts Jugendmeister Aaron Gröbel siegte durch einen unerschrockenen Sturmlauf auf dem Königsflügel. Mannschaftsleiter Dirk Michael konnte seinen Gegner in beidseitiger Zeitnot überlisten. Zwei Spieler im aktuellen Team gehörten zu jener Mannschaft, die im Jahre 1999 den Deutschen Meistertitel der Schüler U12 nach Hettstedt holte. Annett Hofmann wohnt jetzt in Berlin und Kai Friedrich in Magdeburg, aber beide sitzen noch immer regelmässig mit den Schachfreunden am Brett. Auch diesmal gelangen ihnen souveräne Partiegewinne. Die Schachfreunde Hettstedt wurden durch den hohen Sieg von 6 : 2 prompt aus der Abstiegszone ins Mittelfeld der Landesliga katapultiert. Für den Klassenerhalt könnte in der ausgeglichen besetzten Staffel nun bereits ein weiterer Mannschaftssieg aus den verbleibenden vier Wettkämpffen ausreichend sein.
Ein Ereignis mit Seltenheitswert gab es auch in der Bezirksoberliga: Das Duell der Nachbarvereine aus Hettstedt und Quenstedt. Da sich zudem das Hettstedter Spiellokal in Walbeck befindet, verlor der Begriff "Heimrecht" diesmal fast seine Bedeutung. Beide Teams sind sich zwar geographisch nahe, waren aber schachlich viele Jahre in unterschiedlichen Klassen unterwegs. Erst der Aufstieg von Hettstedts Zweiter führte wieder zu dem lange vermissten Aufeinandertreffen, das die Hettstedter nach spannendem Kampf für sich entscheiden konnten. Am Spitzenbrett gelang es Tobias Kunth, dem Quenstedter Altmeister Werner Hobusch ein Unentschieden abzuringen. Auch mit 83 Jahren ist Werner Hobusch noch der stärkste Spieler seines Vereines und ein wahrer Enthusiast des königlichen Denksports. Weitere Remis gab es zwischen Falk Matiebe und Gernot Wurzler, zwischen Enrico Kalliwoda und Werner Vopel, sowie zwischen Detlef Friedrich und Christiane Soska. Für die Schachfreunde Hettstedt siegten Eberhard Kipka und Gerhard Riemer, für Eintracht Quenstadt Lothar Jennrich. Der Endstand lautete 5 : 3 für Hettstedt. Die abstiegsbedohten Hettstedter haben damit wieder einen zarten Kontakt zum Mittelfeld angebahnt, aber auch die Quenstedter können sich des Klassenerhalts noch nicht ganz sicher sein.
Mit zwei Teams sind die Schachfreunde in der Bezirksklasse vertreten. Einen Kantersieg von 6 : 0 landete Hettstedts Dritte bei Motor Zeitz II. In der starken Aufstellung mit Jens Reckner, Jens Flieger, Alexander Schmidt, Dominik Becker, Franziska Becker und Gunnar Dockhorn waren die Schachfreunde klar favorisiert und wurden dieser Rolle auch gerecht. Durch die außergewöhnliche Höhe des Sieges konnte sogar der bisherige Tabellenführer PTSV Halle abgelöst werden.
Um die Hettstedter Freude an diesem Spieltag komplett zu machen, gelang auch noch Hettstedtes ersatzgeschwächter Vierter ein unerwarteter Sieg gegen Grün-Weiß Granschütz. Beim knappen 3,5 : 2,5 gewannen Manuela Graw, Oliver Krüger und Eric Heber ihre Partien, während Mannschaftsleiter Matthias Wernicke mit seinem Remis das Zünglein an der Waage war. Hettstedt IV befindet sich nun auf dem dritten Tabellenrang - eine Position, mit der zu Beginn der Saison niemand gerechnet hätte.
D.Michael