Restitution per Relegation - Hettstedts Zweite hält in letzter Sekunde die Klasse

Gespeichert von c4 am So., 12.05.2019 - 19:09

Eine völlig unverhoffte Wendung des Schicksals erlaubte der Zweiten der Schachfreunde Hettstedt den Verbleib in der Bezirksoberliga. Als Letzter der Liga hatte das Team - nach einer Serie voller Pech und Pannen - bereits seinen Frieden mit dem unvermeidlich scheinenden Abstieg gemacht, als der USV Halle sich entschied, seine neu geplante Mannschaft freiwillig eine Liga tiefer starten zu lassen. Die Hallenser wollen dort ihr Team mit Jugendspielern neu aufbauen. Ein "Hoch" auf die Jugendförderung des USV ! Denn diese edle Strategie eröffnete den Hettstedtern die Chance auf das Relegationsspiel gegen die SG Sennewitz (2. Platz Bezirksliga), welches ursprünglich der Quenstedter Eintracht zugestanden hätte, deren unerschütterliches Siebengestirn nun sogar kampflos die Liga hält. 
Und obwohl diese neue Konstellation sich für die Hettstedter äußerst kurzfristig ergab, wurde in Windeseile noch eine solide Aufstellung formiert, mit der die Schachfreunde ihrer Favoritenrolle gerecht werden konnten. Zumal die Sennewitzer vor Jahresfrist ihren spielstärksten Jugendstar Pascal Neuber zum USV Halle (sic!) delegiert hatten. 

Nach spannendem Kampf gewannen die Hettstedter verdient, aber in der Höhe schmeichelhaft, mit 6 : 2 gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Sennewitzer. Nach Partiegewinnen von Alexander Schmidt, Enrico Kalliwoda, Frank Kuberkiewicz und Jugendspieler Oliver Krüger blieb es Mannschaftsleiter Jürgen Kaschuba vorbehalten, mit seinem Sieg den Nichtabstieg seiner Mannschaft zu zementieren. Detlef Friedrich erhöhte nach Zeitnotschlacht zum Endstand.
Ein glücklicher Narr ahnt es jedoch: Nach dem Klassenerhalt  . . . ist vor dem Klassenerhalt.       

Obdachloses Kind wird Schachmeister

Gespeichert von c4 am So., 05.05.2019 - 13:38

Eine ganz erstaunliche kleine Geschichte aus Amerika. 
Obdachlos, aber nicht verwahrlost. 
Vielleicht ist Mangel für die Entfaltung geistiger Energien weniger hemmend als Überfluss ? 
Und so warten wir in Deutschland noch ein wenig auf die schaumgeborenen Jungmeister des königlichen Spiels - still gereift im Brutkasten einer wohlstandsverwahrlosten Kindheit zwischen Computer, Handy und Fernseher.  

https://www.stern.de/familie/kinder/new-york-city--ein-achtjaehriger-obdachloser-wird-schachmeister---er-spielt-erst-seit-einem-jahr-8624166.html

Klassenerhalt um Haaresbreite gesichert/ Relegation/ Abstieg

Gespeichert von c4 am Di., 09.04.2019 - 09:57

Am letzten Spieltag traf sich die gesamte Landesliga im wunderbar stilvollen Kurhaus von Bad Schmiedeberg zur zentralen Endrunde. Viel Zeit, das schöne Ambiente zu genießen gab es allerdings nicht. Die Fahrt begann 6.30 Uhr in Hettstedt, stoppte aber bereits in Siersleben, wo Olli noch arglos im Bett schlummerte und wohl eher durch Zufall irgendwann wach geklingelt werden konnte. Weiter ging die Fahrt nach Halle zu Alexander, um schließlich nach zwei Stunden eiligen Fahrens im beschaulichen Kurort zu enden. Nun nahm die ersatzgestärkte Erste der Schachfreunde Hettstedt den wichtigen Kampf gegen Motor Zeitz auf. Für die starken Zeitzer ging es nur noch um eine schöne Partie Schach, für die Hettstedter hingegegen um den Klassenerhalt. Und endlich - nach einer sehr schweren Serie mit mehreren unglücklichen Niederlagen - lief dieser Wettkampf perfekt. Während sich diesmal Mannschaftleiter Dirk Michael am Spitzenbrett im überambitionierten Angriffsspiel verirrte und anschließend den Endspielkünsten von Altmeister Heinz Schultheis erlag - gewannen seine Mittelspieler souverän den Wettkampf. Kai Friedrich, Eberhard Kipka und Alexander Schmidt siegten in ihren Partien ebenso wie Nachrücker Enrico Kalliwoda. Dazu kam ein Remis von Hartmut Freier, wonach Hettstedt den Kampf knapp mit 4,5 : 3,5 gewann. Es zeigte sich, dass dies dringend nötig war, denn die Konkurrenten um den Klassenerhalt hatten ebenfalls gewonnen - im Falle einer Niederlage wäre Hettstedt tatsächlich abgestiegen ! Erfolgreichster Spieler der Serie war Dirk Michael mit 6 aus 9. 
In der Bezirksoberliga fügte sich Hettstedts Zweite kampflos in ihr Schicksal und sagte wegen Spielermangels das letzte Spiel gegen Ligaprimus Merseburg ab. Nach einer sehr schwierigen Saison steigt das Team ab.  
Den direkten Abstieg aus der Bezirksliga hat Hettstedts Dritte vermieden, allerdings wartet nun noch ein Relegationsspiel auf das Team. Im letzten Spiel gegen die SG Sennewitz gab es wieder das Standart-Ergebnis der Saison, nämlich eine tapfere Niederlage (3,5 : 4,5). Sie ergab sich aus dem Partiewinn von Reservespieler Hieu Tran Minh und den Remis von Detlef Friedrich, Franziska Becker, Henning Gröbel, Eric Heber und Manuela Graw. Bester Spieler der Serie ist Werner Schubert mit 5 aus 7. In der Relegation gegen Hergisdorf hat die Mannschaft nun die Chance, die Klasse zu halten. 
Direkt abgestiegen ist Hettstedt IV aus der Bezirksklasse. In der Schlußrunde unterlag man Hergisdorf mit 1 : 5. Remis erreichten Matthias Wernicke und Paul Kullmann. In der gleichen Liga gelang Hettstedt V der Klassenerhalt. Im letzten Spiel bezwang man Roland Weißenfels II mit 3,5 : 2,5 durch Siege von Raphael Voigt, Duc Tran Minh und Florian Manteuffel, sowie das Remis von Luca Zander am Spitzenbrett. Der vierte Platz ist ein großer Erfolg für das junge Team.

Die zu Ende gegangene Serie war begleitet von diversen kleinen Problemen und bescherte den Schachfreunden Hettstedt zwei Abstiege und eine Relegation. Bedenkt man aber die Erfolgsserie von fünf Aufstiegen in den zwei Jahren davor, wiegt diese kleine Korrektur sofort nicht mehr so schwer. Eine Verstärkung für die nächste Serie ist schon sicher und die Jugendspieler haben sich bereits in dieser Serie derart prächtig weiterentwickelt, dass dem Verein für die Zukunft nicht Bange sein muss.
(Update: Hergisdorf sagt das Relegationspiel ab, Klassenerhalt für Hettstedt III gesichert.)
 

   

Schulschachmeisterschaft - Ein Festival der hellen Köpfe

Gespeichert von c4 am So., 31.03.2019 - 11:06

Wie vital das uralte Schachspiel auch heute noch sein kann, und wie gewaltig der Zuspruch, konnte man sehr augenscheinlich bei den Schulschach-Landes-Meisterschaften in Weißenfels erleben. Ein riesiges buntes Gewimmel aus schachbegeisterten Kindern und Jugendlichen, samt Trainern, Lehrern, Betreuern, Eltern und Großeltern belagerten die Räume und Flure der modernen "Berufsbildenen Schulen des Burgenlandkreises" - einem Austragungsort von palastähnlichen Dimensionen. Das anfängliche herzerfrischende Chaos der jungen Denksportler pulsierte dann aber recht schnell im vertrauten Rhythmus eines Schachturniers und jedes Kind fand seinen Turnierraum, seine Mannschaft, seinen Gegner, sein Brett. Ganz so still, wie bei einem Meisterturnier wurde es freilich nur selten, aber dies war hier kein Makel, sondern Grundierung. 
Nach einigen organisatorischen Verwirrungen in der Planung gab es im Vorfeld der Schulschachmeisterschaften eine gewisse Skepsis ob des reibungslosen Ablaufs. Doch Schulschach-Referent Frank Kister lieferte mit der erstmaligen Austragung des Schulschachfinales in seiner Heimatstadt sein Meisterstück, unterstützt durch ein ausgezeichnetes Team. Vorbildlich auch der Ansatz der Essensversorgung mit zwei Wahlessen und weiteren Angeboten. Nur hatte das Catering den gewaltigen Umfang der Aufgabe ein wenig unterschätzt und musste frühzeitig Schließen, weil  alles restlos aufgefuttert war. Schachspielen macht hungrig, Kinder betreuen ebenso. 
Die Schulschachmeisterschaft in Weißenfels wird den Hettstedter Kindern aber auch wegen ihrer eigenen - überraschend guten - Ergebnisse in angenehmer Erinnerung bleiben. Die Adam-Olearius-Schule Aschersleben wurde Schulschach-Landesmeister in der Wettkampfgruppe der Sekundarschulen. Raphael Voigt, Alexander Graw, Tom Schöbel und Peter Fischer sind allesamt Mitglieder im Hettstedter Schachverein, besuchen aber die Schule im Nachbarkreis.
Nicht zu rechnen war auch mit dem 3. Platz für das Humboldt-Gymnasium Hettstedt in der Wettkampfgruppe IV (5./ 6. Klassen). Hier spielten Hieu Tran Minh, Jason Reitmann, Erik Seidemann und Luca Buchmann. Hieu war in Top-Form an diesem Tag und gewann am Spitzenbrett alle seine Partien gegen prominente Gegnerschaft.
Ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielte auch das jüngste Team aus Hettstedt - und vielleicht sogar das jüngste der gesamten Meisterschaften. Die Evangelische Grundschule Hettstedt erkämpfte den 8.Platz in der Gruppe der Grundschulen. Paul Kühne, Felix Schneider und Erik Ecke besuchen die zweite Klasse, Max Wagenhaus die erste. Beachtlicher Weise blieb das Team in den fünf Runden unbesiegt. Vier Mal endete der Kampf 2 : 2 Unentschieden, einmal gelang ein Sieg von 3 : 1.
Im Gesamtblick auf diese ausgezeichnete Veranstaltung, könnte man vielleicht bedauern, dass in den höheren Altersklassen die Breite fehlt und fast nur noch jene Schulteams teilnehmen, die mit starken Spielern aus den Vereinen bestückt sind. Doch der große Ansturm im Grundschulbereich lässt hoffen, dass dies sich zukünftig wieder ändern könnte. 
Tabellen irgendwann hier irgendwo: https://lsj.schach-sachsen-anhalt.de/

Die Saison unseres Missvergnügens

Gespeichert von c4 am Di., 26.03.2019 - 00:28

In der aktuellen Punktspielserie sind die Aufstellungen der Schachfreunde Hettstedt permanent mit schicksalhaften oder selbsterzeugten Problemen belastet, oft schon lange bevor auf dem Brett die erste Figur gezogen ist. Auch diesmal fehlten in den Wettkämpfen wieder Spieler. Zwar gibt es im Verein eigentlich genug Spieler, doch während die aktuelle Turnierordnung diverse Tricks und Manipulationen möglich macht, verhindert sie das nachträgliche Eingliedern junger Talente, um z.B. wegziehende Jugendspieler oder erkrankte Senioren zu ersetzen.
So war in der LANDESLIGA das Hettstedter "Freilassen" des Spitzenbrettes mit Kalkül geschehen, um das beste aus der Lage zu machen. Denn der starke Topspieler von Gastgeber Granschütz, Alexander Kitze, hätte auch im Simultan eine realistische Chance gegen die bisher arg gebeutelten Schachfreunde gehabt - und konnte nun immerhin noch rechtzeitig für sein Fußballteam antreten. Mit nur sieben Hettstedtern gegen acht Granschützer ergab sich ein Minoritätsangriff im "Real-Life". Hettstedt hatte sogar noch das Glück des Tüchtigen und siegte 5 : 3. Die Glanzpartie des Tages gelang Kai Friedrich, der mit einem sehenswerten Opferreigen des Gegners König zur Strecke brachte. Es gewannen weiterhin Alexander Schmidt, Reinhold Steudner und Dirk Michael. Hartmut Freier und Falk Matiebe spielten remis. Trotz des schönen Sieges ist das Abstiegsgespenst noch nicht verscheucht.

In der BEZIRKSOBERLIGA  unterlag Hettstedts Zweite beim Klostermansfelder SC mit 3 : 5. Frank Kuberkiewicz und Oliver Krüger gewannen, Jens Reckner und Detlef Fredrich erreichten Remis. Das Team bleibt Letzter und hat diese Position sogar ein wenig ausgebaut. 

Ein sehr spannendes Duell entwickelte sich in der BEZIRKSLIGA gegen den VfB Lettin. Knapp und tapfer verlor Hettstedt 3 : 5. Den einzigen Partiegewinn markierte der zehnjährige Hieu Tran Minh. Remis gab es für Gunnar Dockhorn, Niklas Wernicke, Henning Gröbel und Werner Schubert. Die letzte Runde wird nun über den Klassenerhalt entscheiden.

Die vierte Mannschaft der Schachfreunde eroberte in der BEZIRSKLASSE den ersten Mannschaftspunkt im neuen Jahr durch ein 3 : 3 gegen Naumburg. Kerstin Witthuhn obsiegte, Paul Kullmann und Rüdiger Becherer spielten remis, und hinzu kam ein kampfloser Punkt durch Taylor Lehmann. Das Team bleibt am Tabellenende.
Die Fünfte in der gleichen Liga musste wegen Spielermangel ihr Spiel absagen, hat aber den Klassenerhalt bereits geschafft.

 

 

LMM U14 - Schachmeisterschaft im Wasserschloß

Gespeichert von c4 am Mi., 20.03.2019 - 08:01

Im romantischen Wasserschloß Heldrungen waren zur Landes-Mannschaftsmeisterschaft U14 alle Betten vergeben und auch der moderne Spielsaal im historischen Gemäuer war komplett gefüllt. Die 22 Vierer-Mannschaften bildeten die Nachwuchsschach-Strukturen in Sachsen-Anhalt ziemlich genau ab - sowohl in der Fläche, als auch in Spielstärke und Mitgliederstärke.
Vereine mit großer Kinder-Stärke hatten gleich mehrere Teams am Start. Die diesbezüglich "riesigen" Schachzwerge Magdeburg entsandten mit 5 Teams nicht nur die größte Delegation, sondern stellten auch die dominierende Mannschaft des Turniers. Till Stockmann, Ole Zeuner, Til Joppich, Tobias Morgenstern und Elina Heutling gaben in den 5 Runden nur 1,5 Brettpunkte ab ! Dieser souveräne Landesmannschaftsmeister U14 wird Sachsen-Anhalt nun sicher auch bei den überregionalen Meisterschaften hervorragend vertreten. Die Ausnahme-Mannschaft wächst zum Saisonende komplett aus der Altersklasse U14 heraus - und obwohl der Talenteborn im Vorzeige-Projekt "Schachzwerge Magdeburg" sehr groß ist, wird selbst dort ein vergleichbares Team nicht so schnell wieder zu formieren sein.
Eventuell wird im nächsten Jahr der USV Halle den Staffelstab aufnehmen, der diesmal noch Vizemeister wurde - mit Spielern des jüngeren Jahrgangs U14. Ihm folgen in der Tabelle drei punktgleiche Teams in der Wertungsreihenfolge 1. SC Anhalt, USC Magdeburg, Roter Turm Halle. Auf dem 6. Platz kam bereits die zweite Mannschaft der Schachzwerge Magdeburg. In die übliche Hegemonie der beiden Uni-Städte an der Tabellenspitze konnten diesmal lediglich die Dessauer vom 1. SC Anhalt einbrechen.
Die Schachfreunde Hettstedt waren mit zwei Teams vertreten. Die erste Mannschaft mit Hieu Tran Minh, Duc Tran Minh, Elias Rühmer und Alexander Graw erreichte nach holprigem Start noch einen ausgezeichneten 8.Platz. In der Auftaktrunde gab es gegen den späteren Landesmeister eine klaglose Niederlage. Trainerkritik gab es aber nach einer erneuten Niederlage in Runde 2 - diesmal arg peinlich gegen die Reserve des USV. Danach wurden drei Siege in Folge erzielt und das Endergebnis stimmte dann wieder.
Wertvolle Erfahrungen sammelte die junge zweite Hettstedter Vertretung mit Erik Seidemann, Luca Buchmann, Constantin Born, Lennart-Engel-Witte und Felix Schneider an den Brettern. Wurde das Team in der ersten Runde noch glatt überfahren, so sahen die Partien danach zunehmend besser aus und im hinteren Drittel des Feldes konnte man am Ende schon recht ordentlich mithalten. Platz 22 hat den Charme des größten Steigerungspotentials.

Das Schiedsrichterteam mit Martin Wechselberger (TL), Uwe Kurth und Aaron Gröbel sorgte für flüssigen Ablauf und hatte in der allumfassend fairen Atmosphäre des Turniers wenig zu schlichten. Organisationsleiter Dirk Michael konnte dem Team des Schlosses viel Lob der Teilnehmer weitergeben.
Tabelle: https://lsj.schach-sachsen-anhalt.de/nachwuchsligen?view=rangliste&saison=16&liga=184&typeid=21